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| 14:44 Uhr

Wesemann wird Chef im Rathaus

Gratulanten und Sieger nach der Wahl: Dietmar Woidke, Philipp Wesemann und Noch-Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (v. li.) .
Gratulanten und Sieger nach der Wahl: Dietmar Woidke, Philipp Wesemann und Noch-Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (v. li.) . FOTO: Landes
Forst. Philipp Wesemann hat die Bürgermeisterwahl in Forst gewonnen. Der SPD-Kandidat setzte sich in der Stichwahl deutlich gegen CDU-Bewerber Sven Zuber durch. Mit 25 Jahren wird Wesemann nun der jüngste hauptamtliche Bürgermeister Brandenburgs. Hartmut Landes

Jubel und scheinbar grenzlose Freude bei der SPD-Wahlparty im Restaurant "Lausitz". Dort feierte Philipp Wesemann seinen Erfolg in der Stichwahl um das Amt des Forster Bürgermeisters. Mit einem Vorsprung von mehr als 20 Prozent (rund 1500 Stimmen) fiel der Erfolg deutlich aus. Wenige Minuten nach Bekanntgabe des Ergebnisses kam Mitbewerber Sven Zuber (CDU) zum Wahlsieger und gratulierte ihm zum Erfolg.

Der 25-jährige Wesemann wird nun Brandenburgs jüngster hauptamtlicher Bürgermeister und einer der jüngsten in diesem Amt in Deutschland. Die Vereidigung des neuen Rathaus-Chefs wird am 6. Mai stattfinden.

Doch nicht das Alter spielte bei der Wahlparty der Sozialdemokraten eine Rolle. Bestimmendes Thema war der historische Sieg für die SPD, die seit der deutschen Wiedervereinigung noch nie einen Bürgermeister in Forst gestellt hatte. Der Wahlsieger betonte in einem ersten Statement, dass dieser Wahlausgang ein Riesenerfolg für die Sozialdemokratie in Forst sei. Er dankte den Wählern und seinem Team für das Vertrauen und die Unterstützung. Zu den ersten Gratulanten gehörte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, der in Forst zu Hause ist. Er war zur Unterstützung in die Kleine Amt-straße gekommen. Er würdigte den Tag als historisch und äußerte über Wesemann: "Was der Junge geleistet hat, ist großartig."

Wesemann musste immer wieder Hände schütteln, auch der Ortsverein der Linkspartei kam zum Gratulieren. Die vergangenen Wochen betrachtend, meinte der künftige Bürgermeister: "Ich habe wohl im Wahlkampf vieles richtig gemacht und bin auf die Leute zugegangen. Mit meinem Haustür-Wahlkampf habe ich viele Menschen erreicht. Und ich habe zugehört." Er wertet das Ergebnis als Zeichen, dass die Forster Veränderung wollen. "Die Leute wollen einen Bürgermeister und keinen Verwaltungsmeister", sagte er im Hochgefühl seines Erfolges.

Der unterlegene Bewerber Sven Zuber meinte zum Ausgang der Stichwahl: "Der Wähler hat entschieden. Das muss man akzeptieren." Allerdings habe er mit einem Ergebnis in dieser Deutlichkeit nicht gerechnet, zumal die sachlichen Argumente auf CDU-Seite lagen. Er habe als Kandidat versucht, jene Möglichkeiten darzustellen, die machbar und für die Stadt richtungweisend sind. Nun wird laut Zuber ein neues Kapitel in der Stadtgeschichte aufgeschlagen. Der neue Bürgermeister werde eine funktionierende Verwaltung erhalten, versprach er.

Die Wahlbeteiligung zur Stichwahl lag mit 45,5 Prozent auf dem Niveau des ersten Wahlganges. Rund zwölf Prozent der Wähler hatten nicht bis Sonntag mit ihrer Entscheidung gewartet, sondern die Briefwahl genutzt. Bei der Bürgermeisterwahl vor acht Jahren waren noch weniger Wähler an die Urnen getreten.

Kommentar: Ein neues Zeitalter beginnt