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| 02:36 Uhr

Werden Brand und Wiederaufbau Teil eines echten Comics?

Die Illustratorin Elke R. Steiner war auch bei der Auftaktkonferenz des Bundesprogramms in Spremberg unter dem Motto "Gemeinsam für Vielfalt – Demokratie leben in Spree-Neiße" dabei.
Die Illustratorin Elke R. Steiner war auch bei der Auftaktkonferenz des Bundesprogramms in Spremberg unter dem Motto "Gemeinsam für Vielfalt – Demokratie leben in Spree-Neiße" dabei. FOTO: Jana Handrischek
Frau Steiner, Sie haben ein Jugendforum zum Wiederaufbau des Jugendclubs in Trebendorf live mitgezeichnet. Was ist dabei entstanden? An zwei Terminen habe ich Notizen gemacht und einige ganz kurze Bildsequenzen einzelner Szenen oder Erlebnisse gezeichnet.

Ich habe den Beteiligten dabei zugehört, wie sie über den Brand, die Zeit davor und danach sprachen. Jeder und jede trug einzelne Puzzleteile zum Gesamtbild bei. Entsprechend gehe ich beim Zeichnen vor: in einer Bildsequenz erzähle ich, wie ein Betroffener friedlich in der Kneipe sitzt und dort auf seinem Handy angerufen wird: "Der Jugendclub brennt!". Zuerst kann er es nicht glauben, fährt aber nach dem zweiten Anruf doch schnell hin, findet das Gebäude in Flammen und muss zusehen, wie es zusammenfällt. Ich habe mir etliche solcher Beschreibungen notiert, einige gezeichnet, und möchte auch noch mehr erfahren. Es gibt also Fragmente eines Comics, einen Anfang.

Also könnte daraus ein echter Comic werden?
Wie es weitergeht, werden wir gemeinsam entscheiden. Interessant wäre es sicher auch, zusammen zu zeichnen und vielleicht sogar ein kleines Heft zu machen. Die vor Ort entstandenen Blätter habe ich signiert und da gelassen, jetzt werden sie gescannt.

Sind sie schon öfter zu solchen Anlässen eingeladen gewesen?
Ich zeichne oft live auf Veranstaltungen und habe für meine Comics auch schon Recherchen betrieben, Fakten zusammengetragen, Leute befragt und dann gezeichnet. Dass das alles live und gemeinsam geschieht, ist in dieser Kombination neu, und das ist für mich sehr spannend. Ich hoffe, dass ich mit meiner Zeichnerei und den Comics etwas dazu beitragen kann, zu verstehen, was passiert ist, was jetzt gerade geschieht, und einen neuen Jugendclub auf den Weg zu bringen. Und vielleicht am Ende eine kleine Dokumentation in Comic-Form zu behalten . . .

Wie war Ihr Eindruck vor Ort?
Ich hatte das Gefühl, dass der Jugendclub den Leuten sehr, sehr fehlt. Und dass die Mitglieder, je mehr Zeit vergeht, befürchten weiter auseinanderzudriften, dass der Zusammenhalt verloren gehen könnte. Da ist eine engagierte Gruppe, die sich für einen neuen Jugendclub einsetzt - der ja auch weiteren Generationen etwas nützen kann. Zugleich ein Gefühl von Dringlichkeit, weil die Zeit ja vergeht mit Schule, Ausbildung und allem Möglichen. Ich hoffe wirklich, dass die Pläne für den neuen Club schnell konkret und umgesetzt werden können, sodass diejenigen, die sich jetzt dafür starkmachen, auch noch selbst etwas davon haben. In der Großstadt lebend, gehe ich davon aus, dass es viele Angebote und Treffpunkte gibt - und wenn einer dichtmacht, zieht man weiter zum nächsten. So funktioniert das aber in den Regionen nicht, das ist mir sehr deutlich geworden. Wenn der Club abgebrannt ist, gibt es keinen Treffpunkt mehr, Punkt.

Haben Sie vorher gewusst, worum es geht in Trebendorf, und wie sind Sie dazu gekommen?
Durch Vermittlung von Christian Müller, Jugendkoordinator bei der Berlin-Brandenburgischen Landjugend. Er hatte mir grob umrissen, was passiert ist. Wir fanden aber beide, dass ich besser die Jugendlichen selbst befragen und ihnen zuhören sollte. Er hat mich der Gruppe vorgestellt und wir sind übereingekommen, dass ich sie mit Comics unterstütze im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben - Partnerschaften für Demokratie", für das ich bereits gezeichnet habe.

Mit Elke Renate Steiner

sprach Beate Möschl

www.steinercomix.de