Die Forsterin schaute nicht schlecht, als sie die volle Geldbörse mit mehreren Hundert Euro fand. Sie trug sie ins Fundbüro. "Der Eigentümer muss gerade Geld abgehoben haben", berichtet Corinna Freer, Fachbereichsleiterin Bürgerservice in der Forster Stadtverwaltung.

Die Geldbörse lag und lag - keiner holte sie ab oder erkundigte sich. "Die Finderin hat daraufhin Eigenbedarf angemeldet - das ist ihr gutes Recht, wenn sich der Eigentümer bis zu einem halben Jahr nach dem Verlust nicht bei uns meldet - und das Geld dann bekommen", so Corinna Freer.

Nicht immer seien die Beträge so groß, und oft seien auch Ausweise oder andere Anhaltspunkte in der Brieftasche, sodass der Eigentümer angeschrieben werde, berichtet die Fachbereichsleiterin. Ansonsten kämen die Geldbeträge drei Jahre auf ein Verwahrkonto, und falls sich auch dann keiner melde, fließe das Geld in den Stadthaushalt. "Das sind aber, wie gesagt, nur kleine Beträge", winkt Corinna Freer ab.

Zwölf Brieftaschen oder Geldbörsen sind im Jahr 2015 im Forster Fundbüro abgegeben worden - nur ein kleiner Teil der insgesamt 208 Fundsachen. Spitzenreiter sind wie schon seit Jahren die Schlüsselbunde. 70 wurden bis Dezember abgegeben, hinzu kommen neun Autoschlüssel.

Die verlorenen Schlüssel sind seit dem Umzug des Bürgeramtes in die Lindenstraße nicht mehr in einer Schachtel untergebracht, sondern an einer Schranktür aufgehängt - und können nun von den Suchenden schneller gefunden werden. "Gerade war wieder ein Mann da, der freudestrahlend seinen Schlüssel entdeckt hat", berichtet Corinna Freer. Die anderen Dinge sind in Kisten im Schrank aufbewahrt: wie die zehn Brillen oder die 14 Handys und Smartphones, die 2015 gefunden wurden. Oder auch der im Freibad vergessene Ohrring, das Handtuch aus der Schwimmhalle oder der Rucksack und die Handschuhe aus dem Schulbus. "Gefunden wird alles Mögliche, und die Zahl der Fundstücke ist über die Jahre stabil geblieben", so Corinna Freer. Eingetragen wird alles in ein Fundbuch.

Zahlenmäßig an zweiter Stelle stehen die Fahrräder: 52 wurden 2015 ins Forster Fundbüro gebracht. Sie werden im alten Rathaus in der Promenade gelagert.

Alle Fundstücke müssen ein halbes Jahr aufbewahrt werden. "Ungefähr ein Drittel der Dinge wird abgeholt", so die Fachbereichsleiterin. "Bei Schlüsseln sollte man das Gegenstück mitbringen, bei einem verlorenen Handy oder Fahrrad einen Eigentumsnachweis wie die Gerätenummer." Ein möglicher Finderlohn müsse dann persönlich mit dem Finder ausgehandelt werden.

Was im Fundbüro liegen bleibt, wird ans Deutsche Rote Kreuz übergeben. "Die Mitarbeiter dort entscheiden dann, was noch verwendbar ist", so Corinna Freer.

Für die nicht abgeholten Fahrräder gibt es einmal im Jahr, meist Mitte Juni, eine Versteigerung auf dem Innenhof des alten Forster Rathauses. "Was hier übrig bleibt, geben wir an den Schraubertreff des Nix-Vereins."

Zum Thema:
Das Fundbüro ist im Forster Bürgeramt (Lindenstraße 10 bis 12) zu finden. Geöffnet ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags von 9 bis 18 Uhr, donnerstags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr.Das Bürgeramt ist über Telefon 03562 989530 zu erreichen.