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| 19:00 Uhr

Stadtverordnetenversammlung
Weniger Straftaten in Forst

Beim Tag des Einbruchschutzes im November 2017 im Forster Hof gab es hilfreiche Tipps für Sicherungsmaßnahmen am eigenen Haus.
Beim Tag des Einbruchschutzes im November 2017 im Forster Hof gab es hilfreiche Tipps für Sicherungsmaßnahmen am eigenen Haus.
Forst. 2017 gab es 550 Delikte weniger als 2016, aber deutlich mehr als in Guben und Spremberg. Von Steffi Ludwig

Gute und schlechte Nachrichten hatte Bettina Groß, Leiterin der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße, im Gepäck, als sie am Freitagnachmittag in der Stadtverordnetenversammlung die Kriminalstatistik für das Jahr 2017 vorstellte.

Die gute Nachricht: In Forst ist wie auch in den anderen Städten, Ämtern und Gemeinden der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße bis auf Welzow die Zahl der Straftaten gesunken. Waren es 2016 in Forst noch 2825 Straftaten, wurden 2017 mit 2277 rund 550 Delikte weniger an die Justiz übergeben. Das ist ein Rückgang um 19,4 Prozent. Nur Welzow verzeichnet einen Anstieg um 6,7 Prozent, da hier über die Jahre eine sehr niedrige Zahl an Straftaten vorgelegen habe, diese jedoch durch mehrere Jugenddelikte erhöht worden war, so Bettina Groß.

Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass beispielsweise Spremberg zwar nur einen Rückgang um 13,7 Prozent verzeichnet, hier aber die Zahl der Straftaten mit 1270 um fast 1000 niedriger liegt als in Forst. Auch Guben weist mit 1363 Delikten eine geringere Zahl als Forst auf, hier betrug der Rückgang gar 25 Prozent. Woran diese Unterschiede zu Spremberg und Guben liegen, wollte Stadtverordneter Jan Gebauer (CDU) wissen. Laut Bettina Groß seien unter anderem die Zahlen der Diebstähle aus Bungalows in Forst höher, ebenso Fälschungsdelikte wie Urkundenfälschung oder Computerbetrug. Bei der Rauschgiftkriminalität gebe es in Guben nur halb so viele Fälle wie in Forst. Und bei Delikten mit Autos und Fahrrädern sei die Zahl in Forst ungefähr gleich geblieben, in Guben jedoch extrem gesunken.

Tatsächlich sei die Kriminalitätshäufigkeitsziffer, die die Straftaten auf die Zahl der Einwohner bezieht, für Forst in der gesamten Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße am höchsten, sagte Bettina Groß. Ob denn deshalb dann auch Polizeipersonal umgesetzt werde, wollte Kathrin Nitschke (Die Linke) wissen. Wenn sie die Möglichkeit habe, setze sie Personal um, erwiderte Bettina Groß.

Was denn in Forst getan werden müsse, um die Kriminalität weiter einzudämmen, fragte Dietmar Tischer (CDU). Gerade was die Betäubungsmittelkriminalität angehe, sei Forst auf einem guten Weg, sagte Bettina Groß und sprach die im vergangenen Jahr bei der Stadt Forst geschaffene Stelle der Sachbearbeiterin Sucht- und Drogenprävention/Gesundheitsförderung an. Hier werde das Grundproblem der Betäubungsmittelkriminalität, nämlich die Sucht, bei der Wurzel gepackt, indem Kinder und Jugendliche mit vielen Projekten darüber aufgeklärt werden.

Von den 86 Fällen der Rauschgiftkriminalität in Forst im Jahr 2017 sind 82 aufgeklärt worden – eine gute Quote für Forst. Bettina Groß sprach auch die Konferenz zur grenzüberschreitenden Suchthilfe und Prävention an, die am 11. April im Forster Kreishaus stattgefunden hatte. „Das Thema muss auf jeden Fall im Fokus bleiben“, so die Leiterin der Polizeiinspektion.

Auch im Präventionsrat der Stadt Forst würden weiter Themen besprochen wie beispielsweise Sicherungsmaßnahmen in Kleingärten – dazu hatte es im November die Informationsveranstaltung Tag des Einbruchschutzes im Forster Hof gegeben. „Ein Rückgang von rund 20 Prozent für Forst ist schon viel, und wir arbeiten gemeinsam daran, dass es noch weniger werden“, resümierte Bettina Groß.