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Landesweite Schülerbefragung
Weniger Schüler rauchen und trinken

Spree-Neiße. Weniger Jugendliche im Landkreis Spree-Neiße trinken regelmäßig Alkohol als Gleichaltrige im Landesdurchschnitt. Dies ist ein Ergebnis, der landesweiten Schülerbefragung zum Suchtverhalten, die Amtsarzt Dr. kkz

Sven Sondergeld am Montag im Jugendhilfeausschuss präsentierte. Neun Prozent gaben bei der unter Zehntklässlern in Brandenburg durchgeführten Befragung an, einmal in der Woche oder häufiger Alkohol zu trinken. Im Rückblick auf die vergangenen zwölf Jahre hat die Zahl der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken oder rauchen im Land und im Landkreis abgenommen, so Sonderbier.

Aber 18 Prozent der 15- und 16-Jährigen in Spree-Neiße rauchen regelmäßig. Im Landesdurchschnitt sind es nur 17 Prozent. Dafür wird von nur 2,4 Prozent der Schüler im Landkreis Cannabis konsumiert. Der Landesdurchschnitt liegt bei 4,3 Prozent. Weiterhin kommt die Befragung zu dem Schluss, dass illegale Drogen wie Kokain, Heroin, LSD oder Crystal in diese Altersklasse kaum eine Bedeutung haben. "Nur 100 Jugendliche im gesamten Land geben an, regelmäßig Amphetamine oder Crystal zu nehmen", so der Amtsarzt. Eine Häufung dieser Fälle in den südlichen Landkreisen konnte die Untersuchung nicht feststellen. Sondergeld schätzt vor allem die rückläufige Tendenz beim Rauchen und dem Alkoholkonsum als positiv für die Gesundheit der Schüler ein. Grundsätzlich müssten der Konsum illegaler Drogen weiter beobachtet und die Präventionsprogramme weiterführt werden.

Trotz der erfreulichen Bilanz sehen die Ausschussmitglieder die methodischen Probleme der Untersuchung. Es seien Schüler befragt worden, die - da noch nicht 16 Jahre alt - noch gar keinen Alkohol oder Tabak erwerben dürfen, gibt Ausschussmitglied Birgit Kamenz zu bedenken. Familien- und Jugendrichter Christian Grauer regt an, die Polizei zu diesem Thema anzuhören. Kerstin Leutert-Glasche, Ausschussmitglied und Geschäftsführerin im Haus der Familie in Guben, berichtet aus ihrer Erfahrung, dass beispielsweise der Cannabiskonsum erst zunimmt, wenn die Jugendlichen ins Berufsleben eintreten. Vor allem müsse die Präventionsarbeit weitergeführt werden, betont die Spremberger Lehrerin Anita Schreiber (Linke). Es wäre wichtig zu erfahren, wie wirksam die verschiedenen Projekte sind, so Leutert-Glasche.

Die verschiedenen Fragen will der Ausschuss im Detail zu erörtern. Anfang kommenden Jahres soll es zum Thema Sucht und der vorbeugenden Präventionsarbeit an Schulen eine zusätzliche Sitzung geben, kündigt Jörg Rakete in Abstimmung mit den Ausschussmitgliedern an. Er leitete die Sitzung für den verhinderten Rüdiger Krause.