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| 14:25 Uhr

Trockenheit
Wenig Wasser in der Neiße

Die Neiße, hier hinter dem Forster Kegeldamm, führt derzeit sehr wenig Wasser.
Die Neiße, hier hinter dem Forster Kegeldamm, führt derzeit sehr wenig Wasser. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Trockenheit sorgt für sehr niedrige Pegelwerte. Totholz wird dennoch nicht extra entfernt. Von Steffi Ludwig

Auch am Pegelstand der Lausitzer Neiße sind die derzeitige lange Trockenheit und Hitze zu spüren. Am Pegel Klein Bademeusel sind in der vergangenen Woche durchschnittlich 46 Zentimeter gemessen worden, teilt Thomas Frey, Referent des Landesamtes für Umwelt, auf Nachfrage mit. Am vergangenen Mittwoch war mit 44 Zentimetern der diesjährige Tiefstwert erreicht worden. Dieser hat sich laut Uwe Landow vom Gewässerverband Spree-Neiße auch am Montag noch nicht verändert. „Normalerweise liegt der Pegel in Klein Bademeusel bei etwa 70 Zentimetern“, sagt Landow. „Das ist jetzt schon ein extrem niedriger Stand.“ Damit liegen die Werte etwas tiefer als der langjährige Durchschnittswert für Niedrigwasser von 50 Zentimetern, teilt Thomas Frey  mit. Dieser Wert stammt aus der Zeitreihe 1996 bis 2010.

Auch die Abflussmenge der Neiße bei Forst ist momentan sehr niedrig. Laut Landow betrug sie am Montag 4,91 Kubikmeter pro Sekunde. In der vergangenen Woche waren es durchschnittlich 5,6 Kubikmeter pro Sekunde. Das liegt nach Einordnung des Landesamtes für Umwelt unterhalb des langjährigen Mittelwertes der Jahre 1971 bis 2010 von 7,89 Kubikmetern pro Sekunde, aber noch oberhalb des niedrigsten Wertes der Zeitreihe von 3,4 Kubikmeter pro Sekunde. Damit liegen die Abflusswerte für das Landesamt im unteren Bereich der langjährigen Sommerdurchschnittswerte, so Thomas Frey. Laut Uwe Landow habe das vor allem Auswirkungen für die Wasserkraftbetreiber, die nicht mehr den Strom erzeugen können wie gewünscht. „Austrocknen wird die Neiße jedenfalls nicht“, so Landow.

Auch der Forster Ulrich Winkler hat bei seinen Touren auf dem Neißeradweg den tiefen Stand des Flusses bemerkt – und das viele Totholz, das dadurch freigelegt wurde. Das sollte jetzt im Zuge des Niedrigwassers entfernt werden, findet er. Denn wenn ein Hochwasser kommen sollte, könnten die Bäume zum Problem werden und vor ein Wehr drücken, befürchtet Ulrich Winkler. Dann bekäme man sie nicht mehr so leicht heraus.

Doch laut Landesamt für Umwelt ist eine gesonderte Kampagne zur Gehölzentnahme während des Niedrigwassers nicht notwendig. Denn einerseits sei die Lausitzer Neiße ein relativ naturbelassener Fluss und stehe deshalb in weiten Teilen unter Naturschutz. Darüber hinaus sei sie ein wichtiges Verbindungsgewässer und Laichgebiet für wandernde Fischarten. Das Totholz im und am Gewässer biete vielen Fischarten Schutz vor Fressfeinden, teilt Thomas Frey mit. Zudem werde das Holz zur Laichablage genutzt. Außerdem verändere das Totholz die Fließgeschwindigkeiten und Strömungsverhältnisse im Gewässer. „Gerade Jungfische brauchen strömungsberuhigte Bereiche, in denen sie insbesondere bei höheren Wasserständen nicht abgetrieben werden“, so Frey. Insgesamt verbessere sich die Strukturvielfalt, was letztlich der Artenvielfalt und Gewässergüte zugute komme. Daher werde Totholz nur in Ausnahmefällen entnommen, wie beispielsweise bei einer konkreten Gefahr oder bei hohem Schadenspotenzial. Die Entnahme erfordere zudem eine naturschutzrechtliche Genehmigung.

Auch bei der regelmäßigen Gewässerunterhaltung werde darauf geachtet, dass durch Totholz keine Gefährdung entsteht, so Frey. Hier werde entweder ein vorsorgender Baumschnitt vorgenommen. Und  nach einem Sturm, bei einer Hochwasserwarnung oder an Gefahrstellen wie Wehren werde ebenfalls Holz entfernt.