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| 14:27 Uhr

Nach der Krönung von Laura I.
Seit vier Tagen Königin

Forst. Warum die Weißwasseranerin Laura Bartsch Forster Rosenkönigin werden wollte. Von Steffi Ludwig

Im Rampenlicht stehen, Dauerlächeln, eine Krone tragen – die zwar schönen, aber ungewohnten Anstrengungen des Wochenendes stecken Laura Bartsch noch in den Knochen, als sie am Dienstagvormittag im Rosengarten über ihre ersten Tage als Rosenkönigin Laura I. spricht. „Die Besucher, vor allem die Kinder, die sich über ein Bild von mir gefreut haben, haben mir dann immer die Kraft gegeben, weiter zu lächeln“, sagt sie schmunzelnd.

So langsam habe sich auch ihr Umfeld daran gewöhnt, dass sie nun die neue Rosenkönigin ist. Denn bis zum Moment der Krönung am Freitagabend war dies eines der größten in Forst gehüteten Geheimnisse. „Es wusste wirklich nur meine Mutter Bescheid – und die Jury, die mich ausgewählt hat“, berichtet die 20-Jährige. Noch auf der Bühne hatte sie sich deshalb bei Familie und Freunden für ihre kleinen Notlügen in der letzten Zeit entschuldigt. „Meine Freundin hatte ich zur Krönung in den Rosengarten gelockt mit der Ansage, mit ihr Fotos machen zu wollen.“

Umso größer sei dann die Überraschung gewesen. Ihr Stiefpapa habe Tränchen verdrückt, auch ihr Opa habe feuchte Augen gehabt – und die kleine Nichte habe sie von ihrem Platz aus erst gar nicht erkannt. Als dann Freitag und Samstag die Nachricht über ihre Krönung in Internet und Zeitung verbreitet wurde, habe sie viele Mitteilungen bekommen.

Doch warum wird eine junge Frau aus Weißwasser Rosenkönigin in Forst? Diese Frage wurde nach der Krönung und bei den Rosengartenfesttagen des Öfteren gestellt. Angela Stadach, die seit 23 Jahren die Rosenköniginnen betreut, sagt dazu: „Die Jury hat sich für Laura entschieden.“ Im Ausschreibungstext für die Bewerbung stehe, dass die Kandidatinnen aus Forst und der näheren Umgebung kommen können. Wie weit die Umgebung gefasst ist, sei nicht definiert. Zur Anzahl der Bewerberinnen hüllt sich die Stadt wie seit Beginn der geheimen Wahlen in Schweigen. Angela Stadach sagt nur so viel: „Es gab eine Auswahl.“

Laura Bartsch hat viele Verbindungen und auch Erinnerungen an Forst. Ihre Großeltern leben hier, und auch ihre Mutter sei hier aufgewachsen, bevor sie nach Weißwasser zog, berichtet die Rosenkönigin. „Ich bin sozusagen schon mein ganzes Leben lang mit Forst verbunden und bin wirklich oft hier.“ Auch mit dem Rosengarten verbinde sie viel: Auf der Bühne habe sie als Kind bei Ausflügen für die Familie gesungen und getanzt, auf dem Spielplatz gern gespielt. Ihr Urgroßvater sei als Kind Gast der Eröffnung der ersten Rosen- und Gartenbauausstellung 1913 gewesen. „Meine Großeltern haben sich zum 50. Rosengartenjubiläum kennengelernt und 2013 zur Rosenschau dann die Goldene Hochzeit gefeiert. Aber auch meine Jugendweihe und Schulabschluss haben wir in Forst gefeiert“, so Laura I.

Und schon als Mädchen habe sie mit ihrer Oma die Rosenkönigin bestaunt und den Wunsch, dies auch mal zu werden, in ihrem Hinterkopf bewahrt. Als sie Anfang dieses Jahres ein Foto der amtierenden Hoheit Stephanie II. sah und den Bewerbungsaufruf in der Zeitung – da habe sie die Initiative ergriffen.

Die Jury wählte sie Anfang Mai schließlich aus – und seitdem standen viele Termine an wie der Entwurf des Kleides, Gespräche mit der Vorgängerin und vieles mehr.

Nun freue sie sich auf ein Jahr mit vielen neuen Eindrücken und Bekanntschaften und hoffe, dies alles mit ihrer Ausbildung vereinbaren zu können. Denn die 20-Jährige lernt im dritten Jahr Industriemechanikerin bei der Leag in Boxberg – den gleichen Beruf wie auch die 27. Rosenkönigin Jessica I., wie sie festgestellt hat. „Es hatte sich in der Schule herauskristallisiert, dass mich Themen wie Werken und Technik besonders interessieren“, sagt sie. „Zudem wollte ich gerne in der Region bleiben.“ Die Ausbildung ende im nächsten Jahr und sie hoffe auf eine Übernahme. Aber auch eine Zeit im Ausland über Work & Travel könne sie sich vorstellen – ebenso wie die Option, einmal nach Forst zu ziehen.

Oft aufhalten wird sie sich in der Rosenstadt: Es stehen Dutzende Auftrittstermine bei Festen oder in Kindergärten an, aber auch bei Messen oder anderen Veranstaltungen über die Region hinaus.

Laura I. ist demnächst bei der Siegerehrung des Forster Rosenpokallaufes am Freitag zu erleben, bei der Ausstellungseröffnung „Für dich soll’s rote Rosen regnen“ am 12. Juli im Rosengarten und bei der Krönung der Spremberger Spreenixe am 11. August.

 Mit Laura I. trägt erstmals eine Rosenkönigin ein hellgrün-weißes Kleid. Die 13. Rosenkönigin Christina Weiße hatte ein dunkelgrünes Kleid.
Mit Laura I. trägt erstmals eine Rosenkönigin ein hellgrün-weißes Kleid. Die 13. Rosenkönigin Christina Weiße hatte ein dunkelgrünes Kleid. FOTO: LR / Steffi Ludwig
 Mit Laura I. trägt erstmals eine Rosenkönigin ein hellgrün-weißes Kleid. Die 13. Rosenkönigin Christina Weiße hatte ein dunkelgrünes Kleid.
Mit Laura I. trägt erstmals eine Rosenkönigin ein hellgrün-weißes Kleid. Die 13. Rosenkönigin Christina Weiße hatte ein dunkelgrünes Kleid. FOTO: LR / Steffi Ludwig