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| 16:58 Uhr

Jerischke
Wein „explodiert“ in der Wärme

Auf dem Weinberg in Jerischke bekämpft Mitarbeiter Andreas Lehmann mit dem Um-Den-Stock-Räumer das Unkraut.
Auf dem Weinberg in Jerischke bekämpft Mitarbeiter Andreas Lehmann mit dem Um-Den-Stock-Räumer das Unkraut. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Jerischke. Rebstöcke treiben Fruchtansätze drei Wochen früher. Weinbergfest findet am Samstag statt.

Die Weinstöcke auf dem Wolfshügel in Jerischke grünen. Auffällig ist der Unterschied zwischen dem älteren und dem jüngeren Teil des Weinbergs. Die Wurzeln der ersten, vor zehn Jahren gepflanzten Weinstöcke reichen bereits sechs bis sieben Meter tief, erklärt Weinbauer Hubert Marbach. Entsprechend kräftiger und grüner treiben die Pflanzen. Das warme Wetter lässt auch das Unkraut sprießen. Mitarbeiter Andreas Lehmann fährt deshalb mit dem Um-Den-Stock-Räumer zwischen den Weinreben entlang. In etwa zehn Zentimeter Tiefe trennt ein Messer waagerecht im Boden die Wurzeln der Unkräuter ab, die Pflanzen verdorren. Der Weinstock, mit seinen weit nach unten reichenden Wurzeln, stört sich daran nicht.

Ungewöhnlich ist in diesem Jahr die Trockenheit. Der letzte ausgiebige Regen fiel in Jerischke Anfang Mai. Seitdem sieht Hubert Marbach rund um den Ort die Gewitter stehen, aber in Jerischke und auf dem Weinberg kommt außer einzelnen Tropfen kein Regen an. „Deshalb haben wir schon einmal bewässert“, sagt er. In den zurückliegenden zwei Jahren hätte er dagegen gar kein zusätzliches Wasser aus seinem Teich zum Weinberg pumpen müssen.

Erfreut ist Weinbauer Marbach über die große Zahl der Fruchtansätze. Hier stehen die jüngeren den älteren Weinstöcken nicht nach. „Wir hatten in diesem Jahr eigentlich kein Frühjahr, sondern auf den Winter folgte sofort der Sommer“, so der Weinbauer. Die Rebstöcke seien regelrecht explodiert. „Wir sind drei Wochen früher als normalerweise“, erklärt er. Für die Trauben sei es günstig, sie können länger reifen. Dies lasse auf einen guten Wein hoffen. Wobei bis dahin noch viele Monate vergehen werden. Im Moment freut sich Marbach über den Jahrgang 2017. Die Trauben konnten richtig ausreifen. „Angenehm kräftig, lebendig und spritzig ist der Riesling geworden“, beschreibt er. Rund 20 000 Reben verschiedener Sorten wachsen auf seinem vier Hektar großen Weinberg. Angelegt hat er ihn, um im Ruhestand eine Aufgabe zu haben.

Aktuell gilt es, das dritte Weinbergfest am Wochenende vorzubereiten. Veranstalter ist der Dorfclubs Jerischke, so Vorsitzender Klaus-Bernd Günther. Gemeinsam mit Weinbauer Hubert Marbach, der Feuerwehr des Ortes, dem Ziegenhof „Zur Wolfsschlucht“ lädt der Dorfclub am Sonnabend, 9. Juni, auf den Weinberg ein. Dort gibt es von 11 bis 20 Uhr ein Programm. Die Feuerwehr hilft beim Zeltaufbau. Die Frauen des Dorfclubs reichen Kaffee und Kuchen. Livemusik gibt es vom Duo „Rusty Boomers“. Die Musiklehrer spielten schon im vergangenen Jahr. Das diesjährige Weinbergfest ist außerdem Teil der 24. Brandenburger Landpartie, die am 9. und 10. Juni stattfindet.

Hubert Marbach hofft, am Samstag auch Professor Ulrich Eißner aus Dresden begrüßen zu können. Der Kunstprofessor hat vor Jahren das Logo für seine Etiketten entworfen. Nun soll der Wolf auf dem Hügel auch in Lebensgröße auf dem Weinberg einen Platz bekommen. Seit dem vergangenen Jahr schnitzt Eißner, wenn er in Jerischke ist, an einem Eichenstamm. Der Umriss ist bereits zu erkennen und soll ebenfalls beim Weinbergfest ausgestellt werden.

Schon Anfang Juni – drei Wochen früher als üblich – sind bereits erste Fruchtansätze an den Rebstöcke zu sehen.
Schon Anfang Juni – drei Wochen früher als üblich – sind bereits erste Fruchtansätze an den Rebstöcke zu sehen. FOTO: LR / Katrin Kunipatz