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Wegen Stadtarchiv kippt beinahe Parlamentssitzung

Forst. Erstmals seit 27 Jahren ist es am Freitag in Forst fast dazu gekommen, dass eine Stadtverordnetenversammlung abgebrochen wurde, noch ehe sie begann. Denn der Antrag des stellvertretenden Bürgermeisters Jens Handreck (CDU), den Punkt über eine Standortentscheidung zum künftigen Stadtarchiv von der Tagesordnung zu nehmen, sorgte für Kritik vor allem aus den Reihen der SPD und Linken – was zu einem Mehrheitsbeschluss gegen die Tagesordnung führte. Steffi Ludwig

Erst das Einlenken von Jens Handreck, den Punkt doch zu behandeln, brachte einen Beginn der Sitzung. Offenbar hatte der Gegenwind, der von SPD und Linken vor allem im Hauptausschuss zu den Verwaltungsplänen aufgekommen war, die Verwaltung bewogen, die Vorlage zurückzuziehen und noch zusätzliche Argumente und Informationen einzuarbeiten, wie Handreck sagte. Unter anderem die Frage möglicher Fördermittel sollte laut Heike Korittke, Verwaltungsvorstand für Stadtentwicklung und Bauen, noch einmal aufgezeigt werden.

Die Verwaltung favorisiert den Ausbau des alten Rathauses Promenade 9 zum Stadtarchiv. Die SPD stellte am Freitag den Antrag, das Stadtarchiv am Standort des Kreisarchives in der Elsässer Straße anzusiedeln. Die Linken signalisierten Unterstützung hierfür, da die Kosten für Planung und Umbau der Promenade 9 letztlich deutlich höher ausfallen würden als geplant, so Fraktionsvorsitzender Ingo Paeschke. Wenn man das Kreisarchiv anmieten würde, hätte man zumindest eine sichere Kalkulation für die kommenden 20 Jahre, so Paeschke.

Die Miete im Kreisarchiv würde laut Verwaltung für 20 Jahre rund 730 000 Euro kosten, die Baukosten in der Promenade rund 907 000 Euro. Das Archiv sei jedoch eine Entscheidung für die nächsten 50 Jahre, sagte Jens Handreck.

Nach erneuter Diskussion wurde letztlich der Antrag von Wolfgang Starick (Wir für Forst) mehrheitlich angenommen und das Thema zurück an die Verwaltung und die Ausschüsse verwiesen, bevor darüber beschlossen wird.