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| 01:41 Uhr

Wasser ist genügend da für alle

Michael Schulz von der Netzgesellschaft Forst-Lausitz entnimmt im Wasserwerk Forst eine Reinwasserprobe. Foto: Beate Möschl
Michael Schulz von der Netzgesellschaft Forst-Lausitz entnimmt im Wasserwerk Forst eine Reinwasserprobe. Foto: Beate Möschl FOTO: Beate Möschl
Forst. Ob erhitzt vom Sport, der Gartenarbeit oder heißer Sommersonne – vieles verlockt zum schnellen Durstlöschen am Wasserhahn. Doch ist das wirklich ratsam? Die RUNDSCHAU fragte nach, wie sicher und sauber das Forster Trinkwasser aus der Leitung ist. Von Beate Möschl

Thomas Winkler dreht gern mal den Hahn auf und trinkt Forster Wasser. Natürlich nicht gleich den ersten Schwall. Erstmal ablaufen lassen ist die Devise – das Wasser kann man auffangen und zum Beispiel zum Blumengießen nutzen – und dann fühlen, wie kalt es ist. „Unser Trinkwasser wird aus einer Tiefe von 30 Metern gefördert mit einer Temperatur von acht bis zehn Grad Celsius“, erklärt der Netzleiter für Gas, Wasser und Fernwärme der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg GmbH & Co. KG. In solch einem kühlen Milieu hätten Keime grundsätzlich wenig Chancen. Wenn allerdings die Temperaturen steigen und das Trinkwasser lange in den Leitungen beim Endverbraucher steht, dann könne das Milieu kippen, so Winkler. Die NBB betreibt und wartet das Trinkwassernetz im Auftrag der Stadtwerke Forst. „Wir kennen die Abschnitte, in denen sich nicht viel tut, weil Verbraucher nur wenig Trinkwasser abnehmen. Diese Abschnitte spülen wir öfter, um Verunreinigungen zu verhindern.“ Zu DDR-Zeiten sei das Trinkwasser gechlort worden, um Keimzahlen niedrig zu halten. „Das machen wir heute nicht mehr.“ Das Gesundheitsamt Forst prüft regelmäßig die Wasserqualität. Zusätzlich ziehen die Forster eigene Proben am Wasserwerkausgang und aus den Pegeln im Trinkwassereinzugsgebiet sowie aus den elf Brunnen und der Wasseraufbereitung im Wasserwerk, schildert Winkler. Beanstandungen habe es bisher keine gegeben. Sorgen vor gefährlichen Koli-Bakterien im Trinkwasser müssten sich die Forster nicht machen. „Solche Keime dürfen überhaupt nicht vorkommen“, sagt Winkler und betont: „Wir halten uns an die Vorgaben der Trinkwasserverordnung und tun alles, um auszuschalten, dass etwas passiert. Unsere Kunden müssen sich hundertprozentig darauf verlassen können, dass das Trinkwasser sicher ist.“

Die in Deutschland geltende Trinkwasserverordnung, gehört nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft zu den strengsten Vorschriften zur Trinkwasserüberprüfung weltweit. Das bietet nach Aussagen des Verbandes auch Schutz vor den aktuell gefürchteten EHEC-Darmkeimen.

Dem Umweltbundesamt zufolge halten die mehr als 2600 großen zentralen Wasserversorgungsanlagen in Deutschland zu mehr als 99 Prozent die gesetzlichen Auflagen ein, zu denen auch die Überprüfung mikrobiologischer Belastungen gehört. Er könne das für Forst nur unterstreichen, sagt Winkler.

Etwa eine Million Kubikmeter Trinkwasser nehmen die mehr als 5000 Kunden der Stadtwerke pro Jahr ab. Zu DDR-Zeiten war es gut drei Mal soviel. Damals wurde in heißen Sommern auch gern mal das Gartenwässern untersagt. „Das passiert heute nicht mehr. Wasser ist genügend da für alle“, sagt Winkler.

Zum Thema:

Wasserverbrauch2010 lag der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland pro Kopf bei 127 Litern. 1991 waren es 144 Liter. Ein Forster verbraucht im Durchschnitt pro Jahr 95 Liter. Pro Jahr werden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,6 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser für Haushalte und Kleingewerbe in Deutschland bereitgestellt.