„Fußballspielen, niemals weinen, gemeinsam Auto putzen – wünscht sich das ein Vater von einem ,richtigen‘ Sohn?“, fragt sich Timmi, der Held in einem Buch, der mit Vergnügen den Puppenwagen der Freundin schiebt und ihr unterdessen sein Spielzeugauto überlässt. Auch der Vater, der sich – während die Mutter ein Konzert besucht – im Grießbrei und Spaghettikochen übt, entspricht so gar nicht den üblichen Vorstellungen. Sie will Denkanstöße zur eigenen Hilfe im Haushalt, zur gerechten Arbeitsverteilung und zum Alltag der Großelterngeneration geben, sagte Ingrid Kleine-Möllhoff.
Schnell erfuhren die jungen Besucher: Früher war das Leben für die Gleichaltrigen kein Zuckerschlecken. Heimliches Fernsehgucken war angesagt und Telefon oder Computer gab es noch nicht. Der siebenjährige Martin Schmidt berichtete von den Großeltern, die einen Bauernhof besaßen. „Mutti musste erst helfen, bevor sie die Schulaufgaben erledigen konnte“, hat er zu Hause erfahren. „Mama hat nach der Schule erst den Herd und den Ofen angeheizt“, erzählte Laura Werschnitzky.
Unerwartet ging der kleine Wettstreit zwischen Jungen und Mädchen um handwerkliches Geschick, Handarbeitskünste und Schnelligkeit unentschieden aus. Jungen könnten auch Luftmaschen häkeln und Mädchen Schrauben eindrehen; Mädchen seien nicht ängstlicher als Jungen, stellten die jungen Zuhörer fest. Überhaupt seien die Unterschiede nicht riesengroß, denn langbeinige Spinnen und finstere Keller mögen beide Seiten nach eigenen Angaben nicht. Dafür erzählten sie von jungen Männern mit Zopf und hosentragenden Mädchen. (fm)