Im Nacken sitzt den Bauern auch das erfolgreiche Volksbegehren gegen Massentierhaltung in Brandenburg. Unter diesen Vorzeichen versammelten sich Landwirte aus dem Spree-Neiße-Kreis am Montag zum Verbandstag des Bauernverbandes. In der "Bauernstube" von Heinersbrück wollten sie nicht nur untereinander Klartext reden, von dort sollten auch hörbare Signale ins Land gesendet werden, mit denen die Südbrandenburger Landwirte ihren Forderungen an die Politik Nachdruck verleihen wollen.

Deshalb hatten sie einen Forderungskatalog geschrieben, den sie Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) mit auf den Weg nach Potsdam gaben. Von ihm und seinen Ministerialbeamten fordern sie eine "verlässliche und praxisorientierte Landwirtschaftspolitik im Land". Vogelsänger solle beispielsweise "zeitnah für eine finanzielle Unterstützung der Milch- und Schweinefleischproduzenten" sorgen. Und auch die Schafhalter, die ebenfalls gegen einen massiven Preisverfall kämpften, braucht dringend Unterstützung. Auf der Forderungsliste des Verbandes stehen aber auch der Kampf gegen die Kriminalität vor allem in der Grenzregion und die Erstellung einer "zuverlässigen Antragssoftware" für die Landwirte.

Trotz des Drucks von der Basis präsentierte sich Jörg Vogelsänger in Heinersbrück als oberster Lobbyist der Bauern im Land. Er versprach, weitere finanzielle Einschnitte für die Landwirte verhindern zu wollen und die Umstellung interessierter Betriebe auf den Ökolandbau im Unterschied zu anderen Bundesländern weiterhin mit 28 Millionen Euro pro Jahr zu fördern.

Als Partner der Bauern in der Lausitz versteht sich auch Bundestagsabgeordneter Ulrich Freese (SPD), der im Haushaltsausschuss als SPD-Berichterstatter für Landwirtschaft sitzt. Und auch die Landtagsabgeordnete der Linken, Anke Schwarzenberg, rief den Bauern zu: "Wir stehen für eine vernünftige, flächengebundene Landwirtschaft."

Schneider, der auch Vizepräsident des Landesbauernverbandes ist, betonte, dass es für viele Bauern schon "Fünf vor zwölf" ist: "Sonst stehen irgendwann nicht Wolf und Biber, sondern die Bauern in Brandenburg auf der Artenschutzliste".