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| 01:03 Uhr

Was ist ein „Oberzentrum“ ?

Cottbus.. Immer wieder wird in der Diskussion um eine Region Cottbus / Spree-Neiße auch die Bedeutung des Status als „Oberzentrum“ für Cottbus gegen eine Regionenbildung oder „Einkreisung“ ins Feld geführt.

Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff „Oberzentrum“ überhaupt„ Würde eine Region diesen Status angreifen“
„Es ist nicht zwingend, dass ein Oberzentrum eine kreisfreie Stadt sein muss“ , stellt Cord Heinrich Bahlburg klar. Bahlburg ist Referatsleiter für Landesentwicklungsprogramm und -planung und übt die Aufsicht über die Regionalplanung aus. Diese Regionalplaner sind es, welche die Kriterien für ein Oberzentrum prüfen - und dafür gelten besondere Voraussetzungen. Ausschlaggebend ist vor allem, ob eine „weitreichende Überschusswirkung“ in den Raum besteht. Was dies bedeutet, macht Bahlburg an zwei Beispielen deutlich: Im traditionellen Kaufverhalten würden beispielsweise Waren des nicht täglichen Bedarfs in größeren Städten gekauft. Voraussetzung sei dafür ein ausreichend großer Eigenmarkt, der den Handel in die Lage versetzt, auch Angebote für das Umland vorzuhalten.
Ähnliches gilt auch für den öffentlichen Bereich, beispielsweise bei Bildung (Universität, bestimmte Schulangebote) und Kultur (Staatstheater, Museen, Regional-Bibliothek). Schon deshalb stehe für Cottbus der Verlust des Statuses als Oberzentrum außer Frage, so Bahlburg. Im Gemeindefinanzierungsgesetz des Landes würden diese zusätzlichen Kosten berücksichtigt, indem bei den Pro-Kopf-Zuschüssen ein Oberzentrum einen Zuschlag bekomme, um bestimmte Leistungen vorhalten zu können. Dass die vier kreisfreien Städte (neben Cottbus auch Potsdam, Frankfurt und Brandenburg) als Oberzentren eingestuft seien, wäre „Zufall“ .
Die Region-Diskussion sei zwar in Potsdam bekannt, allerdings „ist auch unklar, was der Landkreis Spree-Neiße sich da vorstellt“ . Auch nach seiner Auffassung würde die Stadt Cottbus als Kommune aber weiter bestehen. (js)