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| 16:30 Uhr

E-Mobilität
Warten auf die Elektro-Autos

Die Parkplätze vor den Stromtankstellen der Forster Stadtwerke bleiben oft leer. Das Interesse an dem Leasing-Autoangebot der Stadtwerke ist zwar groß, die Wartezeit erreicht wegen der Lieferprobleme des Herstellers aber fast ein Jahr.
Die Parkplätze vor den Stromtankstellen der Forster Stadtwerke bleiben oft leer. Das Interesse an dem Leasing-Autoangebot der Stadtwerke ist zwar groß, die Wartezeit erreicht wegen der Lieferprobleme des Herstellers aber fast ein Jahr. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurde an drei Forster Strom-Tankstellen 47 Mal getankt. Von Katrin Kunipatz

Elektroautos gehören in Forst und Umgebung immer noch zu den Exoten. Insgesamt 88 Stück sind laut Auskunft von Landkreissprecherin Silvia Friese im Moment in Spree-Neiße angemeldet. Dabei hatten die Stadtwerke Forst im vergangenen Jahr eine ungewöhnliche Aktion gestartet. Stadtwerke-Kunden konnten, vermittelt über den Energieversorger, zu günstigen Konditionen einen Elekro-Smart bekommen. „Das Interesse an unserem Leasingangebot war sehr groß“, sagt Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke.

Bis zu 15 Anfragen gab es für die zehn Smarts. Sieben Privatpersonen, die Stadtverwaltung Forst und eine soziale Hilfsorganisation aus Cottbus hatten schließlich die Zusage erhalten. Im Dezember vergangenen Jahres hoffte Gäbler, dass ab Mai die ersten in den Hausfarben schwarz und orange beklebten Elektroautos durch Forst rollen könnten. Doch der Hersteller habe den Liefertermin für die ersten Fahrzeuge auf November verschoben, so Gäbler. Andere E-Smarts sollen erst im März 2019 geliefert werden.

Entsprechend zaghaft werden die vorhandenen öffentlichen Stromtankstellen in Forst genutzt. Im vergangenen Jahr zählten die Stadtwerke im Rosengarten und am Lindenplatz insgesamt 49 Ladevorgänge. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres waren es bereits 47 Ladevorgänge an den drei Stromtankstellen. „Es läuft an, aber auf einem niedrigen Niveau“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Gäbler. Er geht davon aus, dass Forster Elektroautofahrer ihrer Fahrzeuge zu Hause „betanken“ werden. speziellen Stadtwerke-Stromtarif für E-Autofahrer gehörten die Forster mit zu den ersten Anbietern in Deutschland. Kunden aus Forst, Cottbus und sogar Esslingen bei Stuttgart ließen sich überzeugen. Für das Stromnetz stelle dies im Moment aufgrund der wenigen Abnehmer noch kein Problem dar.

Die Stadtwerke Forst haben zusätzlich zu den drei öffentlichen Ladestationen bisher nur vier weitere Ladestellen für die Lausitz Klinik installiert, eine in Cottbus und eine weitere wird bei der Caritas in Großräschen installiert. Weitere Anfragen gebe es von der Stadtverwaltung Forst, so Wolfgang Gäbler.

Außerdem planen die Stadtwerke die eigene für vier Fahrzeuge eingerichtete Ladestation mit einem Lademanagement auszurüsten. „Wir wollen testen, wie es funktioniert, wenn gleichzeitig mehrere Autos aufgeladen werden sollen“, erklärt der Geschäftsführer. Nur so könne man Kunden mit größeren Fahrzeugflotten entsprechend beraten.

„Die öffentlichen Ladestationen für Autos können zurzeit nicht wirtschaftlich betrieben werden“, sagt Wolfgang Gäbler. „Deshalb halten wir uns in diesem Bereich zurück. Wir konzentrieren uns darauf, Privat- und Geschäftskunden mit entsprechender Ladeinfrastruktur auszustatten.“ Geplant sei im Moment nur noch eine weiter Fahrradladestation vor dem Hotel Rosenstadt. Außerdem wolle man mit Elektrorollern vor allem älteren Menschen den Einstieg in die Elektromobilität ermöglichen. Diese sind in der Anschaffung deutlich günstiger als ein Elektroauto, haben aber auch nur eine Reichweite von 40 Kilometer.

Sorge bereitet dem Stadtwerke-Geschäftsführer der Vandalismus vor allem bei der Fahrradladestation am Lindenplatz. Die Frequenz der Ladevorgänge sei so gering, dass man sie eigentlich abbauen müsste. Aber die Stationen erfüllen noch einen zweiten Zweck: Sie seien Werbesäulen für die Stadtwerke Forst, so Gäbler.