Thomas Kroßner (Foto) nach einem Gespräch mit Amtsdirektor Günter Quander und Bürgermeister Wolfgang Katzula am Dienstag. Als vordringliches Ziel nannte Kroßner gegenüber der RUNDSCHAU den Aufbau der Infrastruktur. Kurzfristig solle der Laden wieder betrieben werden, nach Möglichkeit auch ein Treffpunkt wie ein Eiscafé entstehen, so Kroßner. Ziel sei aber auch, den Leerstand zu senken, der etwa ein Drittel der Wohnungen betreffe.

Der Centerra-Vorstand distanzierte sich aber von aggressiven Werbe-Methoden, wie sie zuvor Sascha Hirsch Immobilien praktiziert habe. Einzugsgeschenke werde es nicht geben. Vielmehr gehe es darum, den Standort attraktiver zu machen und den Mieterbestand in Zahl und Zusammensetzung zu stabilisieren.

Geprüft werde beispielsweise, so der Centerra-Vorstand, ob die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr verbessert werden könne. Mindestens einer der Spielplätze in der Waldsiedlung solle außerdem relativ rasch „auf den Stand des 21. Jahrhunderts“ gebracht werden. Dabei werde ein Standort favorisiert, von dem aus andere Mieter nach Möglichkeit nicht belästigt würden.

Als ein langfristig angelegtes Projekt könne in einem Gebäude der Siedlung Betreutes Wohnen oder Wohnen im Alter angeboten werden. Kroßner verwies aber darauf, dass erst die Wirtschaftlichkeit geprüft und mögliche Partner für die Betreibung gefunden werden müssten. Die Vermietung der großen Dachflächen zur Energieerzeugung sei eine weitere Möglichkeit, Einnahmen zu erzielen, die dann in den Wohnstandort investiert werden könnten.

Zu den Investitionen, die anstehen, gehören auch das Abwassernetz und der Straßenbau. In den kommenden zwei Wochen soll das Amt konkrete Informationen an Centerra weitergeben. Die Gemeindevertreter würden dann zunächst in nicht öffentlichen Arbeitsberatungen über das Thema Abwasser beraten, so Bürgermeister Wolfgang Katzula. Erste Vorhaben seien für das laufende Jahr geplant, sagte der ehrenamtliche Bürgermeister.

Die Gespräche zwischen Centerra und Kommune sollen fortgeführt werden, was „zum beiderseitigen Vorteil wäre“, äußerte sich Kroßner. Was er vorgefunden habe, sei kein Traumzustand gewesen. Er gehe davon aus, dass die Beseitigung des Investitionsstaus noch einige Zeit brauchen werde. Einzelne Vorhaben müssten mit dem Eigentümer geklärt werden.

Die ehemalige Armeesiedlung, die in den 1990er-Jahren saniert wurde, gehört mittlerweile zu einem Immobilien-Paket von Investoren aus London, Indien und dem Nahen Osten. Sie hatten es Anfang 2007 von der Sascha Hirsch Immobilien erworben, die den Wohnungsbestand wiederum vor drei Jahren aus der Insolvenzmasse der kommunalen Wohnungsgesellschaft Groß Schacksdorf gekauft hatten. Centerra, seit Jahresbeginn Betreuer für die Waldsiedlung, hat nach eigenen Angaben ein Mieterbüro nun wieder von montags bis freitags geöffnet. js