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Waldeigentümer wehren sich gegen Tagebau

Taubendorf. Mit einer symbolischen roten Linie haben Gegner am Sonntag gegen das Vorrücken des Tagebaus Jänschwalde protestiert. Nicht die erste Demo an diesem Wochenende.

(bob) Im Wald bei Taubendorf haben sich die Protestierer, größtenteils aus der Gruppe der lokalen Tagebaugegner am Sonntagmorgen formiert. Ein rotes Band und Banner sind zu sehen. Es soll eine rote Linie für ein bedrohtes Waldgrundstück sein. "Unser Wald soll für eines der klimaschädlichsten Kraftwerke Europas verbrannt werden und das Tagebauloch direkt bis an unser Dorf heranreichen. Das wäre für die Taubendorfer eine Zumutung", sagt Jens Gebke aus Taubendorf.

Zu Wort meldeten sich zu dieser Aktion auch Umweltschützer und Politiker. "Wenn der Tagebau dieses Grundstück abbaggert, schreitet die Grundwasserabsenkung weiter voran und schädigt umliegende Seen und Schutzgebiete. Auch deshalb unterstützen wir seit Jahren die Forderung nach einem größeren Abstand zu Taubendorf", erklärte René Schuster vom Umweltverband Grüne Liga.

Die grüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky forderte den Tagebaubetreiber Leag auf, das Enteignungsverfahren für das Waldstück so lange auszusetzen, bis auf Bundes- und Landesebene Klarheit über den zukünftigen Braunkohle-Kurs herrsche. "Auch die anstehende Novellierung der Energiestrategie des Landes Brandenburg könnte Veränderungen für die Braunkohle-Planungen in der Lausitz beinhalten", erklärte Schinowsky.

Die Leag erklärte dazu bereits am Freitag: "Die planmäßige Förderung von Braunkohle im Tagebau Jänschwalde basiert auf dem genehmigten Braunkohlenplan sowie auf dem gültigen Rahmen- und dem Hauptbetriebsplan als rechtliche Grundlagen. Mit dem Eigentümer des Waldgrundstücks, das die Grünen Liga als ‚von Enteignung bedroht' bezeichnet, ist die Leag seit 2012 in Gesprächen, um eine Vereinbarung über die Nutzung oder den Kauf des Grundstücks zu erreichen." Eine Grundabtretung sei bislang nicht beantragt. "Die Leag strebt nach wie vor eine einvernehmliche Einigung mit dem Eigentümer an", so Pressesprecher Thoralf Schirmer. Das Grundstück solle planmäßig Anfang der 2020er Jahre in Anspruch genommen werden.

Bereits am Samstag war Jänsch walde Fokus von Protesten gewesen. In Potsdam ging es um das Kraftwerk am Standort. Umweltschützer der BUND forderten vor dem Landtag eine schnelle Abschaltung für den "Dinosaurier unter den Lausitzer Kohlekraftwerken".