| 02:36 Uhr

Wäscherei bringt neue Erkenntnisse

Martin Gebhardt (links) führt Schüler einer siebenten Klasse der Gutenberg-Oberschule Forst durch die Wäscherei der Helbeck-Gruppe. An der Handtuch-Legemaschine dürfen die Schüler selbst Hand anlegen und stellen fest: Gar nicht so einfach.
Martin Gebhardt (links) führt Schüler einer siebenten Klasse der Gutenberg-Oberschule Forst durch die Wäscherei der Helbeck-Gruppe. An der Handtuch-Legemaschine dürfen die Schüler selbst Hand anlegen und stellen fest: Gar nicht so einfach. FOTO: Landes
Forst. Zum Zukunftstag für Jungen und Mädchen haben in Forst zahlreiche Betriebe und Einrichtungen ihre Türen geöffnet, um den Fachkräftenachwuchs von Morgen in ihre Arbeitswelt reinschnuppern zu lassen. Mehr als 100 Plätze für einen Tag wurden angeboten. Hartmut Landes

So recht nach dem Geschmack der Siebentklässler von der Gutenberg-Oberschule Forst schien der Ausflug durch die Wäscherei der Helbeck-Gruppe nicht zu sein. "Nee, das möchte ich mal nicht machen. Ist doch sehr laut hier." "Ziemlich eintönig und bestimmt auch anstrengend." Das sind nur zwei der Äußerungen von Schülern, die durchaus interessiert der Führung und den Erläuterungen von Fachbereichsleiter Martin Gebhardt folgten. Arbeit in einer Wäscherei, so hatten sich die Teenies das nicht vorgestellt.

Die Gruppe mit den Lehrerinnen Sylvia Dräger und Anke Hanto war eine von drei der Gutenberg-Oberschule, die neben der Wäscherei noch den Restaurantbereich und Küche der Helbeck-Gruppe kennenlernten. Ein Kooperationsvertrag ist Grundlage dafür, dass regelmäßig Schüler aus dieser Lehreinrichtung in die Arbeitswelt bei Helbeck Einblick erhalten. Zum Brandenburger Zukunftstag waren es Siebentklässler, gleich in Klassenstärke und mitunter noch nicht mit der Überzeugung, möglicherweise seinen Wunschberuf zu finden.

Anders ist das bei jenen Schülern, die aus eigenem Antrieb sich um einen Schnupperplatz am Zukunftstag bemühten. Auch davon gibt es reichlich an der Gutenberg-Oberschule und am Gymnasium. Sie waren beispielsweise bei der Bundespolizei in Forst. Polizeihauptmeisterin Denise Ullrich: "Die Mädchen waren etwas schüchtern, aber alle interessiert. Wir haben ihnen Ausrüstungsgegenstände gezeigt, sie durften Schutzhelme aufsetzen und haben auch mal Waffen in der Hand gehabt, die zu unserer Ausrüstung gehören." Ihr Eindruck: "Viele wollten sich ernsthaft über eine Perspektive bei der Bundespolizei informieren."

Dieses Interesse bestätigt auch Sven Zuber. Fast alle Praktikumsplätze in der Verwaltung wurden genutzt. Die Schüler seien sehr motiviert gewesen.

Etwas anders stellte sich die Situation in Industrie- und Handwerksbetrieben der Forster Region dar. Dort blieb ein beachtlicher Teil der Schnupperplätze unbesetzt. Doch diejenigen Schüler, die sich für den Blick hinter die Kulissen eines modernen produzierenden Unternehmens entschieden und dafür beworben hatten, berichteten danach von einer guten Erfahrung.

An der Oberschule "Germanus Theiss" in Döbern setzt man bei der Berufsorientierung auch am Zukunftstag nicht auf Masse und Siebentklässler. "Wir orientieren, eröffnen Möglichkeiten und die Schüler beantragen dann den Praktikumsplatz", sagt Schulleiterin Evelyn Näther. Die Fäden in der Hand hält dabei ihre Kollegin Undine Passow. Sie organisiert, motiviert die Schüler und hilft bei den Kontakten zu den Firmen. So schnupperten Schüler aus Döbern bei der Bundeswehr, in der Landkreisverwaltung, im Carl-Thiem-Klinikum, bei Autohäusern und selbstverständlich bei Vattenfall in Schwarze Pumpe, einem Unternehmen, mit dem die Döberner Oberschule eine Kooperation pflegt.