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| 02:35 Uhr

Wärmster Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Forst. Aus alten Wetteraufzeichnungen lässt sich belegen, dass es in der ersten Dezemberdekade regelmäßig zu milden Westwetterlagen kommt. Tritt dieser Regelfall ein, dann wird es bis zum 21. Dezember täglich kälter, bis um Weihnachten wieder eine Milderung eintritt. Heido Briesemann/hib1

Im vergangenen Jahr war aber der gesamte Dezember ungewöhnlich mild. Mit einem Durchschnitt von 6,56 Grad Celsius verdrängte er den bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahre 2006 (5,3 Grad).

In der ersten Dekade wechselten sonnige Tage mit bedecktem Himmel, Niederschlag fiel kaum, und wenn, dann als kaum messbarer Nieselregen. Bis zum 9. Dezember überschritten die Tageswerte fast täglich die 10-Grad-Marke, Bodenfrost war kein Thema.

Auch die zweite Dekade war wenig winterlich. Der Gesamteindruck mit dem Wechsel von trüben Tagen und sonnigen Phasen änderte sich kaum. Die Höchstwerte sanken zwar leicht, und nur der leichte Nachtfrost am 14. Dezember erinnerte daran, dass eigentlich meteorologisch Winter ist.

Zum 4. Advent hin stiegen die Werte wieder in den zweistelligen Temperaturbereich, die letzte Hoffnung auf weiße Weihnachten war dahin. Ohnehin lag letztmalig Weihnachten 2010 Schnee in Forst. Das Gegenteil war dann der Fall: Das Weihnachtswetter war frühlingshaft. Bei einem böigen Südwestwind und einem Höchstwert von 15,8 Grad Celsius am 26. Dezember standen bei vielen Spaziergänge oder sogar Fahrradausflüge auf dem Programm. Letztmalig war das Weihnachtsfest im Jahr 1977 ähnlich warm.

Nach Weihnachten sanken die Temperaturen zwar bis auf den Gefrierpunkt und es gab leichten Nachtfrost (minus 5,2 Grad am Silvestermorgen), Schnee blieb aber weiter Fehlanzeige. Der "gute Rutsch" ins neue Jahr war bei Nieselregen und Glätte nicht wörtlich zu nehmen.

Das Wetterfazit 2015 fällt recht positiv aus: Es war ein sehr sonniges, warmes und trockenes Jahr. Nur die Monate Oktober, Mai und Juni waren unterkühlt. Dabei schien die Sonne in allen Monaten, mit Ausnahme des Januars, überdurchschnittlich viel.

Das bis August herrschende Niederschlagsdefizit wurde durch einen recht nassen Herbst allerdings nur zu einem Teil ausgeglichen. Die 575 Liter je Quadratmeter des Jahres 2015 (der Dezember steuerte noch mal 26 Liter dazu) waren zwar mehr als 2014 (527 Liter) aber weit weniger als der Durchschnitt der letzten 15 Jahre in Forst (684 Liter).

Insgesamt blieb die Forster Region auch 2015 von größeren Unwettern und den daraus resultierenden Schäden verschont.