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"Vorurteile sollten ausgedient haben"

Roland Hellmann zeigt einige seiner Fotos in der Ausstellung "Unsere Welt" im Forster Kreishaus.
Roland Hellmann zeigt einige seiner Fotos in der Ausstellung "Unsere Welt" im Forster Kreishaus. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Da ist ein deutsches Mädchen, das mit einem polnischen Pferd Freundschaft geschlossen hat und ihm die Nüstern krault. Oder wunderschöne Landschaften mit verwunschenen Schlössern – ob Schloss Lübbinchen oder Brody. Steffi Ludwig

Es sind Fotos aus Deutschland und Polen, die der Fotokünstler und Buchautor Roland Hellmann seit dem gestrigen Dienstag im Forster Kreishaus ausstellt.

"Wenn ich die Bildbeschriftungen abnehmen würde, könnten wir nicht unterscheiden, ob die Motive in Polen oder Deutschland entstanden sind", sagte er bei der Ausstellungseröffnung. Und das ist es, was der bekennende Europäer mit deutschen Wurzeln mitteilen möchte: "Ich will mit der Ausstellung zeigen, wie ähnlich wir uns sind."

Der größte Unterschied sei immer noch die Sprache. Viele Menschen hätten jedoch noch Grenzen in den Köpfen. "Aber die Vorurteile sollten langsam ausgedient haben, nicht jeder Pole ist ein Dieb und nicht jeder Deutsche ist reich", sagte der 70-Jährige, der in Schlesien geboren wurde, in Deutschland aufwuchs und inzwischen in der Nähe von Zielona Gora lebt.

Roland Hellmann hatte sich schon in früher Jugend für Fotografie interessiert und die ersten Fotos mit einer einfachen Boxkamera 6 x 6 geschossen. Als begeisterter Bergsteiger hatte es ihn mit der Kamera oft in die Berge gezogen. In Österreich gewann er mit seinen Bildern Preise, ebenso in seinem langjährigen Wohnort Verden. 2012 wurde er für seinen Prosabeitrag "Europa im Umbruch" beim polnischen Literaturwettbewerb "Goldene Feder" ausgezeichnet. Über Zielona Gora/Grünberg gestaltete er einen zweisprachigen Bildband mit dem Titel "Meine Lieblingsstadt Zielona Gora", ebenso einen über die Grenzstädte Guben und Gubin mit dem Titel "Guben-Gubin. Eurostadt im Herzen von Europa". Auch Landrat Harald Altekrüger (CDU) habe die Bildbände zu Hause und auch schon verschenkt, berichtete dieser zur Ausstellungseröffnung.

Der Forster Rosengarten sei eine der schönsten Parkanlagen, die er je gesehen habe, sagte Roland Hellmann, und wies beim Ausstellungsrundgang auf einige seiner Fotos. Auch im Park von Brody sei er gern und treffe dort auch viele Menschen aus Forst und Cottbus beim Schlendern.

Überhaupt sei die Region sehr geeignet für Tourismus - die Menschen müssten nur mehr Unternehmergeist zeigen. Hellmann schwärmte mit seinen Bildern vom Fischereimuseum Peitz oder der Innenstadt von Poznan, die mit den Fiakern an Wien erinnere. "Ich habe viele Orte der Welt gesehen - aber mit dieser Ausstellung möchte ich meine Liebe zu Polen und Deutschland sichtbar machen."

Die Ausstellung ist bis zum 18. Mai im Kreishaus Forst, Heinrich-Heine-Straße 1, zu sehen.