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Von "Pillenknick" und "Wendeknick"

Leserbrief. Zum Beitrag "2014 wieder mehr Zuzüge als Wegzüge aus Forst" (LR vom 27. März) schreibt Kurt Noack aus Groß Kölzig unter anderem:

(...) Das Statistische Jahrbuch der DDR widerlegt die Behauptung der Schöpfer dieser Grafik, den Geburteneinbruch des Jahres 1974 schlicht als "Pillenknick" und den des Jahres 1994 als "Wendeknick" sehen zu wollen.Das ist zu einfach erklärt. Ich denke, dass man die DDR-Statistik auch auf die Bedingungen der Stadt Forst übertragen kann. Sicherlich hat die Pille ihren Anteil am Geburtenrückgang, aber beide "Knicks" gehen auf andere Zusammenhänge zurück. Der Geburtenknick 1974 ist allein die Folge einer Entwicklung, die laut "Statistischem Jahrbuch der DDR" 1963 mit einem Geburtenhoch von 301 472 Lebendgeborenen begann und ihren Tiefpunkt 1974 mit 179 127 Lebendgeborenen erreichte. Die Zahl der Geburten in der Republik ging also in diesen 10 Jahren gegenüber 1963 rapide um 122 345 000 auf 60 Prozent zurück. (…) Diese Entwicklung wurde begünstigt durch den Rückgang der Eheschließungen zwischen 1962 und 1972 von 165 677 auf 133 575 (…).