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| 02:35 Uhr

Von Omchen und ihrem Forst

Forst. Irmgard Krüger hat über ihre Kindheit in Forst ein kleines Buch geschrieben. Die heute 74-Jährige verbrachtet die ersten zehn Jahre ihres Lebens hier und hat hautnah die Auswirkungen des Krieges erlebt. kkz

1938 geboren, wuchs sie bei Tante Marthel auf. Deren Mutter Emma Scholz - von Irmgard liebevoll Omchen genannt - lebte bis 1945 in Sorau, östlich der Neiße. Man besuchte sich häufig und hielt engen Kontakt. Noch näher rückten Oma und Enkelin zusammen, als Marthel stirbt. Trotzdem ist es keinesfalls ein trauriges Buch. Es schildert die lustigen, überraschenden, spannenden und aufregenden Erlebnisse eines Mädchens im Alter zwischen zwei und zehn Jahren. Irmgard Krüger spart aber auch nicht Angst und Dramatik aus, die dieses Leben in den letzten Kriegsjahren und danach mit sich brachte. Die Evakuierung aus Forst, die Bombardierung des Cottbuser Bahnhofs, Verletzte und Flüchtlingstrecks, in denen sie hofften, ihr Omchen wiederzufinden.

All diese Erlebnisse hat Irmgard Krüger schon vor längerer Zeit aufgeschrieben. "Mir liegt es sehr am Herzen dem Krieg und seinen Folgen ein Gesicht zu geben", erklärt sie. "Irgendwann sind wir, die den Krieg miterlebt haben, nicht mehr da, um davon zu erzählen." Schon in ihrem Beruf als Lehrerin hat sie ihren Schülern oft anlässlich des Weltfriedenstages am 1. September von ihren Kindheitserlebnissen berichtet. "Es hat die Schüler sehr bewegt", so Irmgard Krüger. Mit den Flüchtlingen aus Syrien, denen sie in ihrer jetzigen Heimatstadt Bad Frankenhausen beim Deutschlernen geholfen hat, lebten die eigenen Erinnerungen erneut auf und der Wunsch anderen davon zu erzählen. Ihr Sohn half Irmgard Krüger bei der Umsetzung des Vorhabens. Gemeinsam ergänzten sie den sehr persönlichen Bericht mit Fotos aus dem Familienalbum. Inzwischen wird die zweite Auflage vorbereitet.