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Von der Rolle zur Radochla-Halle

Was in der Radochla-Halle jetzt alles geturnt werden kann, zeigen die Schüler zur Namensweihe.
Was in der Radochla-Halle jetzt alles geturnt werden kann, zeigen die Schüler zur Namensweihe. FOTO: Annett Igel
Döbern. Die neue Zweifelderhalle in Döbern ist hoch genug für internationale Wettkämpfe, schützt besonders schnelle Sportler mit Prallwänden und ist behindertengerecht. Am Freitag bekam sie endlich auch einen Namen. Annett Igel-Allzeit

Schmunzelnd verfolgt Michael Linder, Geschäftsführer des Döberner Bauunternehmens Mattig & Lindner, die Schmetterbälle am Volleyballnetz. Auch er hat als junger Mann gepritscht und ist nach dem Ball gehechtet. "Aber auf dem Betonboden, den wir in unserer Halle damals hatten, haben ich mir die Knie kaputtgespielt." Kein Wunder also, dass er ein offenes Ohr hatte, als Frank Mader, 1. Vorsitzender des SV Döbern, zu ihm kam und mit dem Verein einen neuen Plan für eine dringend benötigte Sporthalle strickte.

Michael Lindner verrät nicht, wie viel die Halle samt Planung nun gekostet hat. Sie bleibt Eigentum des Unternehmens und wird für den Sport in den Schulen und Vereinen an die Stadt Döbern vermietet. Seit Mitte März nutzen sie bereits die Mosaik-Grundschüler. Auch die Basketball-Körbe sind inzwischen angebracht. Und die Mitarbeiter des Bauhofes in Döbern hatten für das Einweihungsfest am gestrigen Freitag noch flink die Parkplätze hergerichtet.

Viele Leute kamen: Schüler turnten und tanzten, Vereinssportler aus Döbern kickten und pritschten, und die Red Rollers aus Cottbus, die Basketball im Rollstuhl spielen, sausten übers Parkett. Andrej Kamyszek, der Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Jasien, übergab dem Döberner Bürgermeister Jörg Rakete schon mal einen Pokal, damit es in den sportlichen Beziehungen mit dieser schmucken Halle noch besser klappt.

Für die Namensweihe kam mit Birgit Radochla-Michailoff aus Berlin sogar eine Geräteturnerin zum Fest, die 1964 bei Olympia in Tokio im Pferdsprung die Silbermedaille gewonnen hatte. Nachdem seit Jahrzehnten eine bestimmte Rolle am Stufenbarren nach ihr benannt ist, trägt nun auch die Döberner Halle den Namen Radochla. Die Entscheidung darüber war im Stadtparlament in einer kleinen Nuance umstritten gewesen. Aber statt lediglich Helmut Radochla, Birgit Racholas Vater, DDR-Meister am Seitpferd und einige Jahre Trainer der DDR-Nationalmannschaft der Turner, zu würdigen, werden nun doch alle sportlichen Radochlas geehrt. Und das freut Ute Britze, die kleine Schwester von Birgit Radochla.

In der Halle ist Basketball möglich, Handball, Volleyball, Hallenfußball. "Auch ein Basketball-Kleinfeld, das sich die Sportlehrer gewünscht hatten, haben wir aufgezeichnet", bestätigt Michael Lindner. Besonders glücklich ist Jenny Rogenz. Die 17-Jährige, die schon mit den erfolgreichen Döberner Volleyball-Frauen in der Landesklasse spielt, kennt natürlich aus dem Wettkampfbetrieb einige neue Hallen. "Jetzt knallt auch bei uns in Döbern nicht mehr so schnell der Ball an die Decke", freut sie sich. Und ihre Vereinskameradin Sophia Peter (15) lobt den Hallenboden.

Saskia Stahn, die das Fest sehr souverän moderierte, freut sich über den behindertengerechten Zugang. "Das macht es auch unseren Senioren möglich, mal in die Halle zu kommen und dort Sport zu treiben", sagt Saskia Stahn. Sie leitet seit 2013 den Döberner Seniorenbeirat.