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Von der Politik zur Bundespolizei

Michael Mäker ist der neue Bundespolizeichef für das südliche Brandenburg.
Michael Mäker ist der neue Bundespolizeichef für das südliche Brandenburg. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Michael Mäker ist der neue Chef der Bundespolizeiinspektion in Forst. Und auch nach Feierabend ist er öfter an der Neiße unterwegs. Dann mit dem Rad. Steffi Ludwig

Michael Mäker ist derzeit auf Kennenlerntour durch sein neues "Revier" - und das ist groß. Seit 1. Juni leitet der 34-Jährige die Bundespolizeiinspektion Forst. Timo Heisig, der seit Oktober 2014 die Bundespolizeiinspektion Forst geleitet hatte, arbeitet nun in Berlin. "Daraufhin war die Stelle ausgeschrieben, und ich habe mich beworben - denn ich wollte gern nach Forst", berichtet Michael Mäker. Die Führungsstelle in der Inspektion, in der er auch den Streifendienst kennenlernen würde, reizte ihn - fehlte dieser Bereich bisher noch in seinem Lebenslauf.

Denn der nördlich von Berlin aufgewachsene Brandenburger hatte zunächst in Berlin und Ankara Politik studiert, bevor er zur Bundespolizei ging. Er startete beim Einsatzverband in Bad Düben, wo es unter anderem um die Absicherung von Großeinsätzen beispielsweise bei Fußballspielen ging. Nach zwei Jahren war er ins Bundespolizeipräsidium nach Potsdam gewechselt, wo er für die internationalen Beziehungen zuständig war. "Dazu zählten Projekte der polizeilichen Aufbauhilfe in Nordafrika oder auf dem Westbalkan", berichtet er. Dort sei er auch oft selbst vor Ort gewesen.

Nun ist er in der Lausitz angekommen - und begeistert; sowohl von der Arbeit und den Kollegen als auch von der Landschaft. "Ich wurde absolut freundlich aufgenommen", schwärmt Michael Mäker. Unter den rund 300 Mitarbeitern - neben dem Hauptsitz in Forst gibt es noch drei Reviere in Cottbus, Guben und Senftenberg - herrsche eine große Kontinuität und ein umfangreiches Fachwissen, das ihm gern vermittelt werde. Und auch die Zusammenarbeit mit Landespolizei, Zoll, polnischen Behörden oder der Deutschen Bahn laufe "wie ein Länderspiel", freut sich der neue Leiter. Denn die Bundespolizei sei bei vielen ihrer Aufgaben auf starke Partner angewiesen.

Hauptaufgabe der Bundespolizei in Forst sei nach wie vor die Verhinderung von illegaler Einreise und Schleusung. "Wir verstehen uns aber auch als Fahndungspolizei", so Michael Mäker. Denn als beispielsweise im Rahmen des Hamburger G-20-Gipfels an den Grenzen auch in Forst und Guben die Kontrollen wieder eingeführt worden waren, konnten die Forster durchaus einige Fahndungstreffer vorweisen. Auch den Bereich Diebstahl - im Besonderen bei der Bahn in Form von Buntmetall, also Kabeln an den Gleisen - verfolge die Bundespolizei.

Als besonders wichtig erachtet Michael Mäker auch den Bereich der Prävention, um Kriminalität gar nicht erst aufkommen zu lassen: So sei die Bundespolizei in den Präventionsräten von Forst, Guben und Cottbus vertreten und gestalte auch eigene Veranstaltungen wie an Schulen.

Privat schätzt Mäker vor allem die Radwege um Forst: Neben seiner Wohnung in Berlin hat sich der 34-Jährige die Woche über ein Zimmer in Forst genommen und genießt nach Feierabend öfter eine 50-Kilometer-Runde auf dem Rennrad bis nach Zelz und zurück. Immer an der Neiße lang. Und die Grenze im Blick.

Zum Thema:
Die Bundespolizeiinspektion Forst ist für die Landkreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald sowie die Stadt Cottbus zuständig.Sie umfasst 10 000 Quadratkilometer Fläche, 800 Bahn-Kilometer und 65 Kilometer Grenze zu Polen. Am 7. September veranstaltet die Bundespolizeiinspektion Forst um 19 Uhr ein Benefizkonzert im Amphitheater Senftenberg zu Gunsten des ambulanten Kinderhospizdienstes und des Lausitzer Projektes "Lacrima" der Johanniter-Unfall-Hilfe - mit Stargast Stefanie Hertel.