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| 02:36 Uhr

Vier Gänge mit Knigge im Forster Hof

Essen wie im Sternerestaurant: Schüler der achten Klasse haben gekocht und gleichzeitig die Knigge-Regeln gelehrt bekommen.
Essen wie im Sternerestaurant: Schüler der achten Klasse haben gekocht und gleichzeitig die Knigge-Regeln gelehrt bekommen. FOTO: Köhler
Forst. Für 35 Schüler, die in diesem Jahr ihre Jugendweihe feiern, hieß es im Forster Hof nicht nur zu kochen, sondern sich beim anschließenden Essen auch richtig zu benehmen. Dafür sorgt Simone Becker mit einem Knigge-Kurs. Christian Köhler

Mit gehöriger Anstrengung bemühen sich Laura und Anthony, aus der achten Klasse des Forster Gymnasiums, gute Gastgeber zu sein. "Es ist eben nicht ganz so einfach, Gastgeber zu sein", ist sich Knigge-Expertin Simone Becker sicher. Sie hat heute die Aufgabe, den Heranwachsenden die Regeln des guten Benehmens beizubringen. Auf die Frage, ob es irgendeinen Geheimcode gäbe, wie man denn in einer Gaststätte zeigt, dass einem das Essen nicht geschmeckt hat, antwortet Simone Becker: "So etwas gibt es nicht. Es sind lediglich zwei Möglichkeiten vorgegeben: Entweder man kreuzt das Besteck, um zu zeigen, dass man noch nicht fertig ist, oder man legt das Besteck auf halb fünf, um zu zeigen, dass man fertig ist."

Bevor sich die 35 Schüler im Forster Hof jedoch das Vier-Gänge-Menü schmecken lassen können, muss ordentlich zugepackt werden. "Wir werden heute das gesamte Essen zubereiten, bevor ihr es euch dann schmecken lassen könnt", weist Organisatorin der Aktion Andrea Stender-Helbeck die Schüler an. Schnell sind die Jugendlichen in Gruppen aufgeteilt, um sich ans Werk zu machen. "Wir mischen heute alkoholfreie Cocktails, müssen Gemüse für den Salat schneiden, kandieren Früchte wie Ananas oder Honigmelone und bereiten selbst Nudeln für den Hauptgang zu", erklärt Stender-Helbeck.

Pascal Pankatz und Lukas Richter bemühen sich sichtlich, besagte Nudeln in eine Form zu bringen. "Wir haben zwar schon Nudeln gekocht, allerdings waren die schon fertig", sagt Pascal. Heute muss der Teig indes mit einem Nudelholz bearbeitet und anschließend geschnitten werden, bevor sie in das kochende Wasser können. "Mit Mehl lässt sich der Teig viel leichter bearbeiten", erklärt Christian Rose, der die Station des Nudelkochens betreut.

Unterdessen erläutert Liane Zech den Jugendlichen alles Wichtige für eine ordentliche Tischdekoration. Schließlich isst das Auge auch immer mit. "Man beginnt stets mit einer Serviette", erklärt sie, und zeigt mit geübter Hand, wie diese gefaltet wird. "Zudem brauchen wir für unser Menü heute fünf große Besteckteile, Teller und natürlich auch Gläser." Dass es dabei verschiedene für jedes Getränk gibt, ist für die meisten der Schüler kein Geheimnis mehr. Überhaupt zeigt sich Ronny Luft beeindruckt von den Fertigkeiten des Nachwuchses, als er mit den Jugendlichen das Obst zum Kandieren schneidet: "Die Schüler machen das schon sehr gut", gibt er ehrlich zu.

Nachdem das Essen zubereitet wurde, können die Schüler jedoch noch nicht ihre Kochkünste probieren, denn Simone Becker achtet darauf, dass die Sitzordnung stimmt. "Ganz in der Mitte sitzen die Gastgeber", erklärt sie. Natürlich sitzen Mädchen neben Jungen. Für die Gastgeber Laura und Anthony und für ihre Gäste durfte es dann endlich heißen: "Guten Appetit!"

Zum Thema:
Der Verein Freundeskreis Forster Hof organisiert zum dritten Mal die Vorbereitungskurse für die Jugendweihe. In diesem Jahr haben sich dafür 125 Schüler angemeldet. Im April soll sich noch eine Stadtralley für die Schüler anschließen, die im Forster Hof mit einem Grillabend endet, bevor die Generalprobe für die Jugendweihe ansteht.