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| 17:45 Uhr

Rosengartensonntag
Viel Märchenhaftes zum Rosengartensonntag

Myriam Kammerlander und Ana Rhukiz bezauberten mit romantischen Märchen für Erwachsene .
Myriam Kammerlander und Ana Rhukiz bezauberten mit romantischen Märchen für Erwachsene . FOTO: Angela Hanschke
Forst. Der zauberhafte Garten als Kulisse für märchenhafte Unterhaltung? Zwei Berlinerinnen zeigen in Forst, wie es funktionieren kann. Von Angela Hanschke

Märchen, Musik und Rosen haben am Nachmittag des Rosengartensonntags einen besonderen Dreiklang ergeben. Mit „Siebenschön & Rosenrot“  gastierte dort das Berliner Duo „Ambra Myrrha“.

Bereits der Name befeuert die Fantasie, lässt an Zeiten aus 1000 und einer Nacht denken, als die schöne Scheherezade den wilden Sultan zähmte. Auch die fahrende Märchenerzählerin Ana Rhukiz und die Harfenistin Myriam Kammerlander zogen am Kaskadenbrunnen im Schatten alter Buchen die Zuhörer in ihren Bann. Märchenhaft war dabei auch schon die Begrüßung durch die Forster Rosenkönigin Stephanie II.

Mehr als 40 Besucher hatten sich trotz der zeitgleich stattfinden Präsentation des neuen Cottbuser Theaterspielplans im Branitzer Patzer im Forster Rosengarten eingestellt. Nur Blätterrauschen und Vogelstimmen durchbrachen die Stille. Und irgendwann stoppte eine „gütige Fee“ auch das unentwegte Plätschern des Kaskadenbrunnens für die ungetrübte Zeitreise in eine andere Wirklichkeit.

Drei Märchen erzählte Ana Rhukiz in freiem Vortrag. Die sphärischen Klänge der Harfe und die sanfte Stimme der Erzählerin entrückten in die Zeit des Minnesangs, als auch Herrscher noch des Lesens unkundig, sich an der hochgeschätzten Kunst der Erzähler erfreuten. Um Sehnsucht, Magie, Liebe, Trennung, Hoffnung und Glück drehten sich die Märchen. Und natürlich um Rosen, darunter auch eine blaue Rose.

Begeisterten Applaus gab es dafür nach einer Stunde. Und die Rückkehr in die Wirklichkeit. „Es war so beruhigend, diese poetischen Märchen zu hören“, sagte Ria Siebenhüner aus Groß Schacksdorf.

Auch Rosenkönigin Stephanie II. erzählte ihren Kindern oft Märchen. Inzwischen hat die ältere Tochter zur Freude der sechsjährigen Schwester diese Rolle übernommen. „Märchen gehören einfach zum Erwachsenwerden. Hört man eins, fällt man in eine Zeit zurück, als das Leben noch leicht und sorgenfrei war“ sagte Stephanie II.  Ihr Lieblingsmärchen ist „Frau Holle“ aus der Sammlung der Gebrüder Grimm.

Doch woher stammen die Märchen von Ambra Myrrha? „Das erste ist ein Märchen der polnischen Roma, das zweite ein Märchen aus der Sammlung von Ludwig Bechstein und das dritte stammt aus China“, verriet Ana Rhukiz. Als Seelenverwandte bezeichnen sich die beiden Frauen, die ihre Kunst auch bei Feiern quer durch den  gesamten Lebenszyklus vortragen.

Zehn Kilo wiegt die böhmische Wanderharfe, die Myriam Kammerlander nach dem Vortrag auf die schmalen Schultern lud. „Es ist das Instrument der fahrenden Spielleute. Bereits als Kind wollte ich mit Holz arbeiten. Diese Harfe ist mein Erstlingswerk. Ich habe sie als 16-Jährige gefertigt“, sagte sie. Bei einem Instrumentenbauer im Allgäu erlernte sie dies. Doch wie steht es um die blaue Rose? „Eine tiefblaue gibt es nicht“, so Parkmanager Stefan Palm. „Dennoch können Besucher hier im Rosengarten fünf bis sieben Sorten – darunter die „Heidi Klum“ - entdecken, die mehr oder weniger blau blühen“.