Vorsichtig schiebt sich der kleine Schnabel immer mehr aus der Eierschale, die stückchenweise abplatzt. Nach einiger Zeit kommen zwei Knopfaugen zum Vorschein und irgendwann das ganze Küken. "Ist das niedlich", schwärmt Ines Gropp. Die Geschäftsführerin der Volkssolidarität Spree-Neiße Sozialdienste gGmbH schaut durch das Glas des Schaubrüters, den der Rassegeflügelzuchtverein Forst erstmals auf den Frühlingsmarkt mitgebracht hat.

Rund 20 Eier hat er dabei, die alle die 21 Tage Brutzeit hinter sich haben und nun in der optimalen Schlüpftemperatur von 37,8 Grad liegen, berichtet Vereinsvorsitzender Wolfgang Dubrau. "Leider sind heute früh schon ganz schön viele herausgeschlüpft", schmunzelt er.

Auge in Auge mit Alpakas

Einige Meter weiter die nächste Premiere: In einem kleinen Gatter lassen sich die zwei Alpakas Agilina und Agiluna Auge in Auge betrachten. Benannt hat sie die Forsterin Ute Sabellek nach ihrer Landwirtschaftsfirma im Nebenerwerb, Agil. "Wir haben momentan 20 Alpakas und erwarten etwa im Juni fünf bis sieben Junge", berichtet sie. Seit einigen Jahren beschäftige sie sich mit Alpakas und hat seit 2014 eigene Tiere in ihrem Zuchtbetrieb. Socken oder Decken aus der Wolle - dem Vlies - der Alpakas sind für die Marktbesucher im Angebot.

Auch Bürgermeister Philipp Wesemann (SPD) hat sich auf einen Rundgang über den Themenmarkt begeben. Am Stand der Nagola Re GmbH aus Jänschwalde lässt er sich von Chefin Christina Grätz über alte Saaten und Wildpflanzen aufklären. Zum ersten Mal überhaupt ist das Jänschwalder Unternehmen, das vor allem ehemalige Tagebauflächen renaturiert, auf einem Markt. Ihre Pechnelken-Pflänzchen und Samen, die sie aus Wildpflanzen der Region hergestellt haben, gehen weg wie warme Semmeln.

Auch Christel Ihlo (72) hat eine Pechnelke erstanden: "Ich kannte sie vorher nicht, habe darüber aber in der RUNDSCHAU gelesen und mir nun eine für den Garten mitgenommen." Christina Grätz muss noch ein Lob loswerden: "Ich bin stolz auf die Forster, dass alle einen eigenen Beutel mithaben und wir keine Plastetüten ausgeben müssen."

Trödler nicht ganz zufrieden

Nicht ganz zufrieden mit der Resonanz sind am späten Vormittag die Trödler, die erstmals im Platanenhain stehen, da sie ihren angestammten Platz im Park 7 verlassen mussten. "Es könnte besser sein", sagt Bettina Seidel (35). "Es ist für die Leute wahrscheinlich noch ein ungewohnter Ort."

Nebenan schiebt der Seniorenbeirat beim Boule-Spiel eine mehr oder weniger ruhige Kugel. Denn auch Forster Kindergartenkinder kommen vorbei und spielen mit.

Stadtteilmanagerin Kathleen Hubrich, die den Themenmarkt organisiert hat, ist mit der Resonanz zufrieden: "Mit über 50 Ständen haben sich mehr gemeldet als im Vorjahr." Nur der Noßdorfer Mühlenverein habe komplett absagen müssen - wegen Krankheit.

Zum Thema:
Noch bis zum Sonntag lädt die Frühlingskirmes auf den Platz am Markt neben der Stadtkirche St. Nikolai in Forst ein. Seit genau einer Woche sind hier täglich ab 14 Uhr die Schausteller mit Fahrgeschäften und anderen Vergnügungsmöglichkeiten zu erleben.