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Verständigung beim deutsch-polnischen Tänzchen

Nicht lange bitten ließen sich die Senioren aus Polen und Deutschland bei ihrem Treffen im Kulturhaus Lubsko.
Nicht lange bitten ließen sich die Senioren aus Polen und Deutschland bei ihrem Treffen im Kulturhaus Lubsko. FOTO: VS/Gropp
Forst. Im Rahmen des Themenmonats März zum Forster Stadtjubiläum, in dem es um die deutsch-polnischen Beziehungen geht, und auf Initiative von Margarete Hoffmann folgten 40 Mitglieder der Volkssolidarität (VS) Spree–Neiße, Region Forst, einer Einladung der Senioren aus Lubsko. Sie trafen sich am 10. April in Lubsko zum zweiten Erfahrungsaustausch. Die VS schreibt dazu.

Die Freude in einigen Gesichtern war deutlich sichtbar. Es war Wiedersehensfreude, die sich sowohl bei deutschen als auch bei polnischen Senioren Bahn brach, als die Gruppe aus Forst in der Vorwoche in der polnischen Partnerstadt Lubsko eintraf. Acht Jahre nach dem ersten Treffen gab es nun die zweite Auflage. Und einige Senioren erkannten jene Menschen wieder, die sie 2007 kennen und schätzen gelernt hatten.

In Lubsko wurden die Forster von Lech Krychowski, dem Direktor des Kulturhauses, empfangen. In seiner Eröffnungsrede erzählte er, dass das Kulturhaus mit EU-Fördergeld gebaut werden konnte und sowohl den Senioren der Stadt Lubsko als auch Vereinen sowie Kindern und Jugendlichen zur Verfügung steht. Mehr als 500 Menschen nutzen regelmäßig die Angebote des Dom Kultury, in deren Räumen derzeit eine Ausstellung zu sehen ist, deren Exponate von Lubskoer Schülern erarbeitet worden sind.

Im imposanten Theatersaal des beeindruckend modernen Hauses wurden die Senioren aus beiden Ländern von Aleksander Baworowski, dem Leiter des Seniorenclubs Lubsko auf das Herzlichste begrüßt. Baworowski erzählte schwärmerisch von den vielfältigen Talenten der Lubskoer Senioren, die in diesem Haus eine zweite Heimat gefunden haben. "Wir lieben Musik und Tanz, beides hält uns jung und fit", äußerte er.

Komplimente und Dank der deutschen Gruppe folgten prompt. "Wir bedanken uns recht herzlich für die Einladung und diesen tollen Empfang", meinte VS-Geschäftsführerin Ines Gropp. Sie erwarte von dem Treffen, dass sich beide Seiten besser kennenlernen und bestehende Kontakte vertieft werden können. "Eines kann ich ihnen versichern, auch wenn wir aus Forst vielleicht schon das eine oder andere Wehwehchen haben, aufs Lustigsein und Feiern verstehen wir uns wie sie", betonte Gropp.

Eine kleine Kostprobe seines Könnens gab der gemischte Chor des Lubskoer Seniorenclubs. Im Anschluss nutzten einige deutsche Gäste die Gelegenheit, an einer Stadtführung in Lubsko teilzunehmen.

Für eine reichlich gedeckte Tafel an diesem Nachmittag hatten sowohl Lubskoer als auch Forster Senioren gesorgt. Die Forster hatten Kuchen gebacken und den Sekt zum Anstoßen mitgebracht. Die Lubskower luden zu deftigen Köstlichkeiten und Bigos ein.

Große Freude bereitete die Tanzband "TO MY", die aus den zwei Söhnen des Kulturhausdirektors und ihm selbst als Sänger bestand. Deutsche, polnische und internationale Musik führten vom ersten Lied an zu einer gut gefüllten Tanzfläche. Deutsch-polnische Tanzpaare feierten ausgelassen diesen tollen Nachmittag und kamen sich auch in Gesprächen näher. Alltagsthemen wie Vereins- und Wohlfahrtsarbeit, auch familiäre Themen wurden besprochen. Die Sprachbarriere spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Immer wieder wurden zur Verständigung die Übersetzerdienste von Margarete Hoffmann in Anspruch genommen. Zum anderen gab es auch einige polnische Senioren, die der deutschen Sprache mächtig sind. Und schließlich wurden Hände und Füße zur Verständigung genutzt. Ines Gropp, die das erste Mal bei diesem deutsch-polnischen Seniorentreffen dabei war, meinte nach der Rückkehr nach Forst: "Ich hatte zwar schon viel von der Gastfreundschaft gehört, war aber wahnsinnig überrascht von der Herzlichkeit, mit der wir empfangen wurden."

In diesem tollen Rahmen setzte der musikalische Beitrag von Martha und Laura einen sehr bewegenden Moment. Beide Mädchen sind körperlich behindert. Sie haben bei den Lubskoer Senioren ein zweites Zuhause gefunden und wollten es sich nicht nehmen lassen, die deutschen Gäste mit ihren Liedern zu erfreuen. Mit ihren glockenhellen Stimmen sangen sich die Mädchen in die Herzen der Forster Gäste, so dass ganz spontan für die Behandlung, die in Deutschland stattfinden soll, gesammelt und eine finanzielle Unterstützung überreicht werden konnte.

Die Überraschung des Nachmittages war aber Eleonora Bouje, die ein Schlagerpotpourri in deutsch und englisch darbot. Mit dem Versprechen für ein Wiedersehen verabschiedeten sich alle Teilnehmer dieses Treffens in Erwartung auf das nächste Mal - dann in Forst.