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| 16:51 Uhr

Forst
Engagiert für Schildkröte und Wolf

Vereinsvorsitzender Ralph Scheel ist manchmal auch persönlich in Costa Rica unterwegs. An der Pazifikküste unterstützt der Forster Verein ein Projekt zum Schutz der Oliv-Bastardschildkröte.
Vereinsvorsitzender Ralph Scheel ist manchmal auch persönlich in Costa Rica unterwegs. An der Pazifikküste unterstützt der Forster Verein ein Projekt zum Schutz der Oliv-Bastardschildkröte. FOTO: F.A.W.N. / zvg / F.A.W.N.
Forst. Forster Verein setzt sich in Costa Rica, Mexiko und der Niederlausitz für Naturschutz ein. Von Katrin Kunipatz

Den Naturschutz und vor allem den Schutz bedrohter Tierarten hat sich der Forster Verein F.A.W.N. auf die Fahnen geschrieben. Die Abkürzung steht für First Aid for Wonderful Nature. Übersetzt bedeutet es: Erste Hilfe für eine wundervolle Natur. Seit über 15 Jahren engagieren sich Vereinsvorsitzender Ralph Scheel, rund 20 fördernde Mitglieder sowie viele Freiwillige und Spender für Naturschutzprojekte in Costa Rica, Mexiko und Südamerika.

Doch seit einigen Monaten wendet Ralph Scheel den Blick auch nach Deutschland, ganz speziell auf die Natur in der Niederlausitz. Denn die Wurzeln des Vereinsgründers liegen in Forst. Hier ist der heute 47-Jährige drei Jahre in die Schule gegangen. Nach dem Umzug der Familie nach Berlin war er in den Sommerferien oft in Forst. Mit seinem Großvater Fritz Hennig sei er viel in den Wäldern unterwegs gewesen, berichtet er. „Er hat meine Liebe zur Natur geweckt“, sagt Scheel.

Jetzt lädt er zu Vogelbeobachtungen, Wanderungen auf den Spuren der Wölfe und Radtouren zu den Naturschutzgebieten in der Niederlausitz ein. Vor allem Berliner würden sich zu diesen Naturwanderungen anmelden, so Scheel. Ihnen zeigt er die Vielfalt des tierischen Lebens im Jerischker Wald, dem Euloer Bruch oder dem Jamnoer Teich. Mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises habe der Verein ein kleines Monitoringprojekt etabliert. Dazu werden in ausgewählten Gebieten Kamerafallen angebracht und von Fawn betreut. „Die Naturschutzbehörde erfährt, welche Tiere sich in den Gebieten aufhalten, und unsere Freiwilligen können mit den Kamerafallen üben, die sie später im Regenwald einsetzen“, erklärt  Scheel.

Das Vereinsbüro in der Gubener Straße ist klein. An den Wänden des Raumes hängen Karten von Costa Rica, Mexiko und Südamerika. Ralph Scheel deutet auf verschiedene Orte in den einzelnen Ländern, wo Fawn Naturschutzprojekt mit Geld und Mitarbeitern unterstützt. Gerade sind zwei Freiwillige für mehrere Monate nach Costa Rica aufgebrochen. Insgesamt 50 waren es seit Gründung des Vereins.

Scheel berichtet von der 18-Jährigen, die an der Pazifikküste für einige Wochen im Schildkröten-Projekt mitarbeitet. In den vergangenen Monaten haben andere Freiwillige die Meeresschildkröten bei der Eiablage beobachtet und die Gelege zum Schutz vor Dieben in einen bewachten Teil des Strandes versetzt. Jetzt beginnen die Jungtiere zu schlüpfen und die Naturschützer bringen die Babyschildkröten zurück zum Meer.

Nicht nur für Schildkröten setzt sich der Forster Verein ein. Im Nationalpark La Amistad, an der Grenze zu Panama hilft Fawn bei der Regenwaldaufforstung, der Schmetterlings- und Froschaufzucht und unterstützt die indigene Bevölkerung. Kamerafallen, die Fawn seit fünf Jahren im Nationalpark betreut, geben Naturschützern und Behörden vor Ort Aufschluss über die heimischen Tierarten. „Nur wenn man weiß, welche Tiere dort leben, kann man sie richtig schützen“, so Scheel. Ozelots, Tapier und Jaguar wurden beobachtet, aber auch kleinere wie Aguti und Paca.

Um dieses und alle anderen Projekte unterstützen zu können, braucht der Verein vor allem Geld. Deshalb sind Freiwillige angehalten, vor ihrem Aufenthalt selbst Sponsoren zu finden. Ralph Scheel hilft ihnen und sammelt selbst mit. Gerade im Aufbau ist ein weiteres Standbein. Ralph Scheel hat eine Agentur für sanften Ökotourismus ins Leben gerufen, damit andere die Artenvielfalt des Regenwalds selbst erleben können. Gerade ist Fawn auf der Suche nach weiteren Projekten in Asien. „Vieles ergibt sich von selbst oder über bestehende Kontakte innerhalb der einzelnen Länder“, so der Vorsitzende.

www.tierartenschutz.de