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Forst
Verdi erwägt weitere Streiks

Mit einer Demonstration durch die Stadt machten Forster DRK-Mitarbeiter und Unterstützer beim zweiten Warnstreik am 17. Januar auf ihre Forderungen aufmerksam.
Mit einer Demonstration durch die Stadt machten Forster DRK-Mitarbeiter und Unterstützer beim zweiten Warnstreik am 17. Januar auf ihre Forderungen aufmerksam. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Die Gewerkschaft kritisiert erneute Terminabsage des Forster DRK-Kreisverbands. Der kündigt aber schon mal Preiserhöhungen an – obwohl die Tarifgespräche stocken.

Irritiert hat Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke auf eine Terminabsage des DRK Kreisverbands Forst Spree-Neiße reagiert. Nachdem bereits der für den 25. Januar vereinbarte zweite Verhandlungstermin kurzfristig abgesagt worden sei, habe das DRK auch den Ersatztermin für den 31. Januar zwei Stunden nach erfolgter Terminzusage abgesagt und dies mit der Verhinderung von Vorstandsmitgliedern begründet, die  Mitglied der Arbeitgeber-Tarifkommission seien. Die Geschäftsführerin des DRK als Arbeitgeberverhandlungsführerin sei aber nicht verhindert, so Franke. Aus Sicht der Gewerkschaft könnte das verhinderte Vorstandsmitglied des DRK Kreisverbandes von einem anderen der sieben Vorstandsmitgliedern vertreten werden. „Es entsteht der Eindruck, dass der DRK-Kreisvorstand die Tarifverhandlungen verschleppen will beziehungsweise nicht wirklich verhandlungsbereit ist“, erklärt  Verdie-Verhandlungsführer Ralf Franke. Das DRK habe bereits den 28. Dezember als zweiten Verhandlungstermin  abgesagt; auch wegen Verhinderung eines Mitgliedes der Arbeitgeberkommission. Der dann vorgeschlagene Termin am 25. Januar sei wieder wegen  Verhinderung eines Mitgliedes der Arbeitgeberkommission erneut abgesagt worden. Nun auch der dritte Termin, der vom DRK vorgeschlagen worden sei. Der erste Verhandlungstermin fand am 28. September statt und endete ohne Ergebnis.

In einem der RUNDSCHAU vorliegenden Schreiben „an die Kunden Essen auf Rädern“ hat der DRK-Kreisverband mit Verweis auf den Tarifstreit bereits mit Datum vom 15. Januar angekündigt, dass man ab März den Preis für  das Angebot „Essen auf Rädern“ auf 4,95 Euro anheben werden, „um die gestiegenen Personal- und Sachkosten zu realisieren“. An den Wochenenden werde ein Zuschlag von 30 Cent pro Menü berechnet.

Die Gewerkschaft werde jetzt über weitere Streikaktionen beraten, kündigte Franke am Mittwoch an. Verdi fordert für rund 170 Beschäftigten einen Tarifvertrag, wie er mit dem DRK Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West  schon im Mai 2016 abgeschlossen wurde.