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Forst
DRK-Beschäftigte in Forst sollen Arbeit niederlegen

Forst. Gewerkschaft ruft zu Warnstreik auf.

Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für kommenden Dienstag die Beschäftigten des DRK Kreisverbandes Forst Spree-Neiße zu einem Streik aufgerufen. Wie Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke am Freitag informierte, sei eine Streikkundgebung von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr vor dem Pflegeheim „Haus am Rosengarten“ (Skurumer Straße/C.A.- Groeschke-Straße) vorgesehen. Die Gewerkschaft habe die rund 170 Beschäftigten des DRK Kreisverbandes Forst Spree-Neiße von 12 bis 14 Uhr, zum Warnstreik aufgerufen. Für die Beschäftigten im DRK Pflegeheim „Haus am Rosengarten“ ist der Warnstreik auf die Zeit von 12.30  bis 13.30 Uhr begrenzt.

Mit dem Warnstreik wolle die Gewerkschaft ihre Forderung nach Abschluss eines Tarifvertrages, wie er mit dem DRK Kreisverband Cottbus Spree-Neiße-West schon am 20. Mai 2016 abgeschlossen wurde, bekräftigen. Seit Juli gebe es  noch kein Angebot der Arbeitgeberseite, obwohl der Vorstand des DRK Kreisverbandes die Tarifforderung zurückgewiesen und ein eigenes Angebot angekündigt habe. Die Arbeitgeberseite habe erst Mitte Oktober angekündigt, bis 30. November der Gewerkschaft ein Tarifangebot zu unterbreiten.

„Eine Pflegefachkraft in Vollzeit, die mindestens zehn Jahre beschäftigt ist, erhält beim DRK in Forst monatlich rund 430 Euro brutto weniger Entgelt, als die vergleichbare Pflegefachkraft nach dem gültigen Tarifvertrag beim DRK in Cottbus“, so  Franke. „Zusätzlich gibt es mit dem Tarifvertrag beim DRK in Cottbus ein Weihnachtsgeld in Höhe von 67,5 Prozent des monatlichen Entgeltes. Beim DRK in Forst gebe es kein Weihnachtsgeld. „In Summe erhält die Pflegefachkraft beim DRK in Forst rund 5700 Euro brutto weniger Entgelt im Jahr, als die vergleichbare Pflegefachkraft nach dem Tarifvertrag beim DRK in Cottbus“, so Franke. Eine Pflegehelferin in Vollzeit, die mindestens zehn Jahre beschäftigt ist, erhält beim DRK in Forst monatlich rund 350 Euro brutto weniger Entgelt als beim DRK in Cottbus.

Franke verweist auf die Regelungen des 1. Pflegestärkungsgesetzes, wonach bei der stationären Pflege die Bezahlung der Gehälter bis zur Höhe tarifvertraglich vereinbarter Vergütungen von den Pflegekassen nicht als unwirtschaftlich abgelehnt werden können, weil die Tariflöhne bei der Bemessung der Höhe der Pflegesätze vollständig berücksichtigt werden. Es gebe spätestens seit Januar 2015 keinen Grund, Tarifverhandlungen abzulehnen. Seit dem Jahr 2015 habe die Gewerkschaft mit acht verschiedenen Arbeitgebern in der Pflege in Südbrandenburg Tarifverträge mit spürbaren Entgelterhöhungen abgeschlossen, darunter der BWS Behindertenwerk GmbH in Spremberg, dem DRK Kreisverband Cottbus Spree-Neiße-West, den ASB Ortsverband Lübbenau/Vetschau, der Gesellschaft für Seniorendienste in Lauchhammer, der ASB Altenpflegeheim GmbH in Senftenberg/Brieske, der Seniorenzentrum Albert Schweitzer gGmbH im Landkreis Elbe-Elster und der Arbeiterwohlfahrt – Tarifgemeinschaft Brandenburg. Laut Franke  betreibt der DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße unter anderem in Forst das Pflegeheim „Haus am Rosengarten“ und zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst mit rund 60 Beschäftigten.

(js)