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| 19:54 Uhr

Streik im Rettungsdienst
Verdi schießt sich auf den Landkreis ein

Spree-Neiße. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi droht mit einer Ausweitung des Streiks im Rettungsdienst.

Der Landkreis Spree-Neiße habe den Streik im Rettungsdienst und die Ausweitung auf einen Rettungswagen zu verantworten, weil er die Übernahme der Mehrkosten, die durch ein besseres Tarifergebnis entstehen, ablehne, so Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke. „Die Tarifsituation im Rettungsdienst ist nicht im Jahr 2012 stehen geblieben.“ Dabei führe ein besseres Tarifergebnis nicht einmal zu einer Kostenbelastung für den Landkreis, weil die Kosten des Rettungsdienstes mit einer Kosten deckenden Gebührensatzung von den Nutzern beziehungsweise. von deren Krankenkassen finanziert werde. Die Gewerkschaft fordert eine Angleichung des bestehenden Tarifvertrags an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), der beim Rettungsdienst in den vier kreisfreien Städten und in sieben Landkreisen in Brandenburg schon Anwendung findet.

Schon jetzt fehle  Rettungsdienstpersonal, hätten sich bei einigen Rettungsdienstmitarbeitern teilweise 200 bis 300 noch nicht vergütete Überstunden angehäuft, obwohl deren durchschnittliche Arbeitszeit 48 Stunden pro Woche beträgt, so Franke. „Die ersten Rettungsdienstmitarbeiter sind schon zum Rettungsdienst der Stadt Cottbus gewechselt, weil in Cottbus mit dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst mehr Entgelt bezahlt wird.“ Komme es nicht kurzfristig zu einem verbesserten Tarifangebot, werde es weitere Warnstreiks und eine Ausweitung auf weitere Rettungswagen geben. Am Donnerstag war erstmals einer von zehn Rettungswagen bestreikt worden.

Im Kreistag war vonseiten des Landratsamtes auf die Auschreibungsbedingungen verwiesen worden, die eine Deckelung des Tarifs vorsahen. Dies könne nicht nachträglich verändert werden.