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Verdacht auf Krebsauslöser vorerst nicht bestätigt

Die Grundschule Nordstadt in Forst – ein imposanter Klinkerbau. Im gelben Gebäude im Hintergrund befindet sich der Hort der Schule.
Die Grundschule Nordstadt in Forst – ein imposanter Klinkerbau. Im gelben Gebäude im Hintergrund befindet sich der Hort der Schule. FOTO: B. M.
Forst. Die Ergebnisse der ersten Luftraummessung in der Grundschule Nordstadt haben den Verdacht auf krebsauslösende Stoffe im Gebäude nicht erhärtet. Das hat die Stadtverwaltung Forst am Freitag mitgeteilt. Beate Möschl

Alle bei der ersten Übersichtsmessung zur Raumluft im Schulgebäude erfassten Werte wurden von einem Speziallabor als unauffällig eingestuft. Der Arbeitsmedizinische Dienst der Stadt hatte im März zwei Wochen lang Messungen mit Passivsammlern durchgeführt, die nun durch den Dräger-Analysenservice ausgewertet wurden. Dabei waren etwa 50 Stoffe untersucht worden, von denen Gefahren ausgehen könnten; darunter chlororganische Verbindungen, die auch im Zusammenhang mit der ehemaligen Chemischen Reinigung in der Frankfurter Straße/Ecke Blumenstraße stehen. Diese wurden an keiner der vier Messstellen nachgewiesen. "Damit bestätigt sich der von Eltern geäußerte Verdacht eines Zusammenhanges mit der ehemaligen Chemischen Reinigung und Erkrankungen am Schulstandort zunächst nicht", heißt es in der Mitteilung.

Der Vize-Bürgermeister der Stadt, Sven Zuber, hält trotz des unauffälligen ersten Prüfergebnisses an weiterführenden Untersuchungen zur lückenlosen Bewertung des Standortes fest. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und dem Umweltamt des Spree-Neiße-Kreises werten derzeit weitere Labore vertiefende Messungen aus. Dabei stehen nochmals die Suche nach möglichen chlororganischen Verbindungen im Boden und in der Außenluft sowie die zusätzliche Untersuchung der Raumluft auf 100 Stoffe im Vordergrund. Alle Messergebnisse sollen bis Ende April bewertet sein.

Nach RUNDSCHAU-Informationen geben auch erste Analysen der Bodenproben keine Hinweise auf gesundheitliche Einschränkungen am Standort.

Der Schulbetrieb wird wie bereits angekündigt am Montag wieder aufgenommen. Dem Vernehmen nach ist damit zu rechnen, dass einige Schüler nicht zum Unterricht erscheinen werden. Grund sind Krebserkrankungen von drei Viertklässlern an der mit rund 300 Schülern größten staatlichen Grundschule der Stadt.

Bleibt die Frage, ob es im Umfeld der Schule, etwa unter den Anwohnern der Nordstadt, eine Häufung von Krebserkrankungen gibt. Damit hat sich bereits das Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg beschäftigt. Wie eine RUNDSCHAU-Nachfrage ergab, wurde die Auswertung aller verfügbaren Daten über Krebserkrankungen im Zeitraum der letzten zehn Jahre in Forst veranlasst. Ergebnis: Das Krebsgeschehen in Forst wird im Zeitraum 2003 bis 2012 in allen Altersgruppen bei Männern und Frauen sowie bei Kindern von fünf bis 15 Jahren als unauffällig eingestuft. Neuerkrankungen der Jahre 2013 bis 2015 sind aus erfassungstechnischen Gründen in den ausgewerteten Daten noch nicht enthalten.