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| 11:25 Uhr

Gewissensfrage
Verbindende Kraft des Plastikbestecks

Katrin Kunipatz
Katrin Kunipatz FOTO: LR / Sebastian Schubert
Besteck aus Plastik oder Metall? Ökologisch betrachtet gibt es nur eine Antwort: Metall. Mit dem Blick auf die Müllberge nach Sommerfesten begrüße ich das geplante Verbot von Plastikbesteck und Geschirr. Von Katrin Kunipatz

Doch seit der jüngsten Mitgliederversammlung einer großen Bank plagen mich Zweifel. War es doch das Plastikbesteck, dank dessen sich am Biertisch Gespräche zwischen völlig Fremden entspannen.

Doch von vorn. Hunderte Menschen genehmigen sich vor dem offiziellen Teil das Abendessen auf Kosten des einladenden Finanzunternehmens. Meist paarweise speisen die Frauen und Männer Hähnchenviertel und Bratwurst vom Grill. Serviert auf Papptellern mit Plastikbesteck. Ich kenne keinen, lächle, setze mich dazu und säble still an meiner Geflügelbrust. Mir gegenüber tauschen sich befreundete Paare über den jüngsten Urlaub aus. Währenddessen biegt sich meine Gabel gefährlich. Und was ich befürchte, passiert – mit lautem Knack bricht die Plastikgabel. Weiteressen mit den Fingern? Unmöglich! Erfreut bin ich über die Hilfsangebote meiner Tischgenossen. Eine Frau läuft los, besorgt mir Ersatz. Ich danke. Schon als sie unterwegs ist, nimmt der ganze Tisch Anteil an meinem Missgeschick. Geschichten von zu kalter Butter, an der beim Schmieren Messer zerbrechen, machen die Runde. Wir plaudern und lachen gemeinsam. Ich bin mir sicher: Mit Metallbesteck wäre das nicht passiert. ⇥Katrin Kunipatz