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Veranstaltung
Uta Schorn im ausverkauften Forster „Pavillon Genuss & Kunst“

Uta Schorn und Lutz Hoff plauderten aus dem Nähkästchen.
Uta Schorn und Lutz Hoff plauderten aus dem Nähkästchen. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Aufgrund des stürmischen Wetters hatte Pavillon-Chefin Diana Podlesch im Vorfeld um die Veranstaltung gebangt.

Uta Schorn gehört nicht nur im Osten Deutschlands zu den bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen. Am Sonntagnachmittag begrüßte sie Talk-Gastgeber Lutz Hoff im ausverkauften Forster „Pavillon Genuss & Kunst“ - an diesem stürmischen Tag, an dem Pavillon-Chefin Diana Podlesch um die Veranstaltung bangte. Lutz Hoff – erklärter „Bahnreisender“ wurde von  ihrem Vater Hans-Rainer Engwicht persönlich aus Vetschau abgeholt. Beifall empfing den Moderator und die Künstlerin, die gut gelaunt, Einblicke ins Filmgeschäft gewährten. Beinahe jeder kennt ihr Gesicht. Ein kollektives „Ahhh“ ertönte in Forst, als der „Wunschbriefkasten“ erwähnt wurde, den sie einst mit Gerd E. Schäfer moderierte.

Nach drei Wochen habe jeder gewusst, wer sie sei. „Ich war empört“, meinte die Mimin augenzwinkernd: „Immerhin hatte ich vorher schon ernsthafte Sachen gemacht“. Vor allem durch Fernsehproduktionen wurde Uta Schorn populär. In den verschiedensten Rollen verkörperte sie vor allem selbstbewusste, mitten im Leben stehende Frauen.

Diesem Image blieb sie auch nach der Wende im gesamtdeutschen Fernsehen treu. Vor allem Ärzterollen scheinen ihr auf den Leib geschrieben. Sie war unter anderem 1988 die allein erziehende Ärztin Dr. Uta Federau in der Arztserie „Bereitschaft Dr. Federau“. „Ein echter Straßenfeger“ so Lutz Hoff, „nach deren Ausstrahlung Uta Schorn von den Zuschauern zum Fernsehliebling gekürt wurde“. Zwischen 1994 und 1997 verkörperte sie die Hebamme Henriette in der ZDF-Serie „Frauenarzt Dr. Markus Merthin“ und ab 1999 spielte sie 15 Jahre lang in der ARD-Erfolgsserie „In aller Freundschaft“ die patente Chefsekretärin Barbara Grigoleit. „Wir hatten viel Spaß bei der Arbeit“. Es sei eine Traumarbeitsstelle gewesen, sagte Uta Schorn als das Video gezeigt wurde, welches das „Team der Sachsenklinik“ für ihre ausscheidende Kollegin produzierte. Demnächst ist sie erneut als Inge Kleist in der ARD-Produktion  „Familie Dr. Kleist“ zu sehen. Um überzeugend zu wirken, lernte sie einen Barkas zu steuern, belegte den sechsten Erste-Hilfe-Lehrgang und fuhr bei Einsätzen der Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH) mit. Gelächter gab es, als sie davon berichtete, dass ein Unfallopfer, dem sie echte erste Hilfe leistete, die Augen aufschlug und ungläubig murmelte. „Frau Dr. Federau?“.

Das Talent scheint Uta Schorn in die Wiege gelegt. Ihre Eltern - Joe Schorn und die früh verstorbene Traudi Harprecht - waren ebenfalls Schauspieler. Auch die eigene Tochter Danne Hoffmann trat beruflich in ihre Fußstapfen, verriet sie im Pavillon. Lediglich der Sohn –obwohl ebenfalls begabt – schwanke noch. So herzerfrischend, wie die Vollblutschauspielerin ihre Filmrollen gestaltet, erlebten sie am Sonntag und Montag auch ihre Forster Fans. „Sie kam gut persönlich rüber“, urteilte Ronny Post aus Forst und Monika Brücken ergänzte: „Man kennt sie schon von früher. Sie ist so schlagfertig, sympathisch und natürlich.“

In Forst war sie nicht zum ersten Mal. Gut erinnerte sich ein Gast noch an ihren Besuch im Jahre 1988 innerhalb der Reihe „Filmball“ im ehemaligen Kulturhaus der Textilarbeiter, wo sie gemeinsam mit Schmidt-Schaller über ihre Arbeit berichtete. Das Haus wurde vor sechs Jahren abgerissen. An der agilen Uta Schorn jedoch, die im Januar dieses Jahres ihren 70. Geburtstag beging, scheint die Zeit abzuprallen. „Es gab verschiedene Muggen vor und nach der Wende. Bei so vielen Jahren, da war man schon überall“, sagte sie beim Autogrammschreiben.

Zum Verfassen eines Buches sei sie aus Zeitgründen noch nicht gekommen. Dafür präsentiert sie im Dezember wieder gemeinsam mit Eva Maria Pieckert die Weihnachtsmatinee „Wieder ist Weihnacht“ im Berliner Kriminal Theater.