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| 17:02 Uhr

Forst
Unterwegs zur inklusiven Schule

Erneuert wurde das Biologie- und Physikkabinett vor drei Jahren. Wie Andreas Kaiser zeigt, sind die Abstände zwischen den Bänken groß genug, damit auch Kindern im Rollstuhl ihren Platz erreichen können.
Erneuert wurde das Biologie- und Physikkabinett vor drei Jahren. Wie Andreas Kaiser zeigt, sind die Abstände zwischen den Bänken groß genug, damit auch Kindern im Rollstuhl ihren Platz erreichen können. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. In den Osterferien beginnt der Umbau. Toiletten und Werkraum werden barrierefrei. Von Katrin Kunipatz

In den Osterferien rücken Bauarbeiter in der Forster Grundschule Mitte an. „In diesen beiden Wochen werden in den Toiletten die Wände, Rohre und Einbauten entfernt“, erklärt Monika Uhlig. Zeitgleich beginnt die Erneuerung des Werkraumes im Untergeschoss. Hier muss ebenfalls eine Wand durchbrochen werden. Diese lauten Arbeiten sollen in den Ferien stattfinden.

Fertig ist dann natürlich noch nichts. Spätestens zum Jahresende sollen die neuen Sanitärräume nutzbar sein. Schüler und Lehrer nutzen in dieser Zeit einen Toilettencontainer im Hof. Wie Andreas Kaiser, Leiter des Fachbereichs Bildung und Soziales, erläutert, wird es danach auf allen drei Etagen zeitgemäße Sanitärräume und jeweils ein behindertengerechtes WC geben. Es ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung des Inklusionskonzeptes an der Grundschule Mitte.

Die Grundlage dafür schuf Fachbereichsleiter Kaiser im Verlauf der zurückliegenden sechs Jahre. Er wandte sich 2012 dem Thema Inklusion im Bildungswesen zu und erarbeitete entsprechende Unterlagen. Dank dieses Inklusionskonzepts sei es der Stadt heute möglich Fördermittel für die Schulsanierung zu beantragen, so Kaiser.

Im September 2016 stimmten die Stadtverordneten den Eckpunkten zur Schaffung der inklusiven Grundschule Mitte zu. Das erneuerte Biologie- und Physikkabinett gab es bereits. Dieser Unterrichtsraum ist barrierefrei. Raumakustik und Beleuchtung wurden den Bedürfnissen schwerhöriger und sehbehinderter Kinder angepasst. Doch die Umgestaltung kommt allen zugute, weil es im Klassenzimmer deutlich leiser ist.

Gleiches ist in diesem Jahr für den Werkraum vorgesehen. Sämtliche Rohre verschwinden, die Elektrik wird erneuert und ein benachbartes Zimmer angeschlossen, in dem die Maschinen Platz finden. Die Fördermittel dafür stammen aus dem Kommunalinvestitionsprogramm. Rund 650 000 Euro kosten Werkraum und Toiletten, so Monika Uhlig.

Umgesetzt ist das Inklusionskonzept aber noch nicht. Im kommenden Jahr entsteht der Aufzug. Mit dem Rollstuhl sind dann erstmals alle Bereiche der Schule und die Aula erreichbar. Im zweiten Obergeschoss werden vom Hort genutzte Räume zu inklusiven Klassenzimmern umgebaut. Monika Uhlig erläutert, dass dies rund 700 000 Euro kosten werden und dafür Mittel aus dem Programm „Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Umwelt“ beantragt werden.

Gleichfalls abhängig von Fördermitteln ist der Anbau. Hier sollen im Erdgeschoss inklusive Horträume entstehen. Benötigt würden weitere Zimmer, so Kaiser. Dort könnten begabte Schüler Forschungsprojekte durchführen, Lehrer mit Kindern den Spracherwerb trainieren. Nötig seien auch Rückzugsräume, in den sich Schüler mit Sozialarbeitern aufhalten könnten. Kaiser ist ziemlich sicher, dass es in den kommenden Jahren Förderprogramme für Schulen geben wird. Eine Prognose, wann alle Maßnahmen umgesetzt sein werden, kann er nicht abgeben.

In der Jungentoilette sind Waschbecken und Rohrleitungen noch im Originalzustand von 1974 erhalten, dem Baujahr der Schule.
In der Jungentoilette sind Waschbecken und Rohrleitungen noch im Originalzustand von 1974 erhalten, dem Baujahr der Schule. FOTO: Katrin Kunipatz / LR