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| 01:05 Uhr

Unterwegs im Muskauer Faltenbogen

Bei dieser Radtour kann man die Landschaft des Muskauer Faltenbogens kennen lernen. Der Faltenbogen ist eine europaweit geologische Besonderheit. Entstanden ist er durch den Druck einer gewaltige Gletscherzunge, die eine riesige Falte in die Landschaft setzte, die sich bogenförmig von Döbern über Bad Muskau über die Neiße hinweg bis in die polnische Lausitz erstreckt. Von Nicole Hoffmann

Wer sich den weiten Weg von Forst nach Döbern, dem Ausgangspunkt der heutigen Tour, mit dem Rad ersparen will, kann bis zum Deutschen Haus in Döbern mit dem Auto fahren. Von dort aus geht die Tour mit dem Rad weiter. Zunächst führt sie auf einem straßenbegleitenden Radweg in Richtung Tschernitz. An der Kreuzung B 115 / Alte Heerstraße wird nach rechts abgebogen. Nach weiteren 500 Metern beginnt das unberührte Naturschutzgebiet „Faltenbogen südlich Döbern“ . Typisch für dieses Gebiet sind Orchideen, Kiefern- und Eichenwälder. Durch das Gebüsch kann man dem Gesang von Nachtigallen und Laubfröschen hören. Das Gebiet wurde vor rund hundert Jahren durch die Entwicklung von Bergbau, Industrie und Verkehr stark verändert.

Station an der Eichweger Kirche
Wieder auf dem Radweg nach Tschernitz geht es weiter nach Eichwege zur dortigen Kirche. Ins Blickfeld tritt zuerst der Glockenturm, das rote Dach und das alte Mauerwerk. In der Kirche findet man auf dem Altar neben Blumen und Kerzen eine zur Kirchenrenovierung 1872 gestiftete Bibel. Eine Anmeldung zum Besichtigen der um 1500 erbauten Kirche ist erforderlich.
Beim Weiterfahren auf dem Radweg nach Tschernitz kommt bald der an der Bundesstraße 115 gelegene Badesee Eichwege ins Blickfeld. Am Badesee befindet sich das Flächennaturdenkmal Birkenwäldchen. Das wird von einigen Eichengruppen bereichert. Der idyllische See ist aus der ehemaligen Grube Gotthelf entstanden und ist heute ein beliebtes Naturerholungsgebiet. Um den Badesee führt ein Rundwanderweg.

Badestopp am Lohnteich
Anschließend geht es weiter auf dem straßenbegleitenden Radweg bis zum Ende der Fahrradstraße. Nach rechts wird der Ort Tschernitz bis zur Feuerwehr befahren. Von dort führt eine ruhige Straße zum Lohnteich Tschernitz - einem schönen See mit neu gestaltetem Strandbereich. Er liegt ruhig inmitten von Wäldern. Ursprung des Lohnteiches ist die ehemalige Grube Lerche, in der von 1920 bis 1925 Kohle abgebaut wurde. Das Baden dort wird jedoch nicht jedermanns Sache sein, da der Grund voller Wasserpflanzen und Schlamm ist.
Vom Lohnteich führt ein Radweg über Hinterberge nach Wolfshain. Da man sich dort leicht verfahren kann, ist es zu empfehlen, Ortskundige nach dem Weg zu fragen. Vor der Gaststätte Wolfshainer Hof beginnt rechts der Radweg nach Friedrichshain entlang der so genannten Siedlung. In der Mitte der Ortslage Siedlung zweigt links ein kleiner Weg zu ehemaligen Gruben ab, die jetzt mit Wasser gefüllt sind.
Der Insel- und der Lindenteich sind beide aus den Mulden der Grube Julius entstanden. Da sie mitten im ruhigen Wald liegen, sind sie etwas schwierig zu finden, aber dadurch stellen sie perfekte Angel gewässer dar.
Am Ende der Siedlung Wolfshain beginnt die Fahrradstraße durch die Wälder nach Friedrichshain. Nach zirka 700 Metern führt die Fahrradstraße rechts über alte Bahngleise und dann sofort links entlang des Schienen strangs bis zum Rastplatz am Bahnhof Friedrichshain. Dort befindet sich eine Karte, an der man sich über die Weiterfahrt informieren kann.
In Friedrichshain wird der ruhige Ort in Richtung Fahrradstraße nach Bohsdorf, Reuthen und Klein Loitz durchfahren. Entlang dieser Fahrradstraße kommt man in einen der markantesten und schönsten Abschnitte des Muskauer Faltenbogens, wo beiderseits Gieser, durch Verwitterung entstandene Mulden, den Weg säumen. Auf dem Weg geht es weiter bis zum Abzweig Felixsee und von diesem rechts bergan bis zur Feriensiedlung am See. Der Felixsee ist aus der Grube Felix entstanden. Sein Wasser ist immer noch sehr sauber und deshalb zählt er schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Badeseen der Region.
Anschließend geht es weiter bis zur Dorfstraße in Bohsdorf. Dort angekommen wird nach rechts gefahren bis zu dem „Laden“ . Das unauffällige Gebäude ist authentischer Schauplatz der Romantrilogie Erwin Strittmatter. Seit 1999 ist „Der Laden“ zu besichtigen. Erwin Strittmatter verbrachte viele Jahre seines Lebens in dem Laden, der unter Verwendung der Originalausstattung dem Aussehen der 20er und 30er-Jahre nachgestaltet wurde.
Nach zirka 2,5 Kilometern wird die Bundesstraße 115 überquert. Etwas später führt der Weg nach rechts entlang der Fahrradstraße Richtung Mattendorf und Klein Kölzig bis zum Naturschutzgebiet Luisensee bei Klein Kölzig. Am Rande des Gebietes steht ein Informationsschild. Der Wasserstand ist durch Veränderungen im alten Stollensystem drastisch angestiegen. Durch diesen Anstieg starben die um die einstigen Grubenseen stehenden Bäume ab und stehen derzeit als zerfallende Baumreste im Flachwasserbereich der früheren Grubenseen. An der Seeumgebung und dem Bruchgelände sind vorwiegend Birken angesiedelt. Die Tour führt nun über Klein Kölzig und den Dorfplatz Groß Kölzig, wo gegebenenfalls die Heimatstube besichtigt werden kann, in der es weitere Informationen zur Entstehung des Muskauer Faltenbogens und der der Geschichte des Altbergbaus in der Region gibt. Bei der Weiter fahrt nach Döbern bietet sich dort noch ein Besuch in der Glashütte Döbern an.
Die Glasmacherkunst ist das traditionelle Handwerk in Döbern. In der Glashütte kann man den Glasbläsern und Glasschleifern bei der Arbeit zusehen.
Fazit: In der hügeligen Landschaft des Muskauer Faltenbogens ist das Radfahren stellenweise etwas anstrengend. Die Radwege sind jedoch neu angelegt und führen durch malerische Landschaften.

Hintergrund Öffnungszeiten
  Dorfkirche Eichwege, Besichtigungen nach telefonischer Absprache unter 03 56 00 / 64 24.

„Der Laden“ in Bohsdorf, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr.

Heimatstube Groß Kölzig , Öffnungszeiten: sonntags 15 bis 17 Uhr, ansonsten telefonische Vereinbarungen
unter 03 56 00 / 2 21 80 oder 66 76.