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| 17:26 Uhr

Tourismus
Unterwegs bei neuen Mitgliedern

Stefan Palm zeigt am Montag Gästeführern, Vermietern und touristischen Anbieter des Tourismusverbands Lausitzer Seenland den Rosengarten.
Stefan Palm zeigt am Montag Gästeführern, Vermietern und touristischen Anbieter des Tourismusverbands Lausitzer Seenland den Rosengarten. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Touristiker aus dem Lausitzer Seenland lernen ihre neuen Partner an der Neiße kennen. Von Katrin Kunipatz

Nur eine Stunde Zeit hat Parkmanager Stefan Palm am Montag für die Führung durch den Ostdeutschen Rosengarten. „Eigentlich geht bei mir nichts unter zwei Stunden“, schickt er voraus. Knapp 60 Männer und Frauen folgen Palm vom historischen Haupteingang zu den Rosenbeeten. Sie alle sind Vermieter, Gästeführer oder touristische Anbieter im Tourismusverband Lausitzer Seenland. Der Rosengarten ist Teil der Informationstour, die der Verband einmal jährlich für seine Mitglieder durchführt.

In diesem Jahr habe man sich bewusst für Ziele im Bereich des bis Ende 2017 bestehenden Tourismusverbandes Niederlausitz entschieden, erklärt Katja Wersch, verantwortlich für das Marketing. Beide Verbände sind im Januar 2018 fusioniert. „Das Interesse an der neuen Region ist groß“, sagt Katja Wersch. „Die Infotour war schnell ausgebucht.“ Los ging es in der Ziegelei Klein Kölzig, nach dem Besuch im Rosengarten gab es Mittagessen in Bohrau. Anschließend führte die Tour weiter ins Stadt- und Industriemuseum nach Guben und das Freilichtmuseum Zeitsprung am Klinger See. Neben dem Kennenlernen der neu hinzugekommenen Attraktionen gehe es um das gegenseitige Kennenlernen der Anbieter, so Wersch.

Petra Metzner vom Familienpark Senftenberger See beschäftigt die Frage: „Lohnt sich für unsere Gäste die Fahrt von einer Stunde bis zum Rosengarten?“ Ihren ersten Eindruck – nur Paare oder Alleinreisende würden sich im Rosengarten wohlfühlen – relativiert Annette Schild vom Eigenbetrieb Tourismus der Stadt Forst. Sie verweist auf den großen Spielplatz auf der Wehrinsel und das Freibad gleich gegenüber dem Rosengarten.

Die Hoyerswerdaer Stadtführerin Cornelia Schnippa erkannte im Rosengarten Reliefs und Skulpturen des Hoyerwerdaer Bildhauers Jürgen von Woyski. Stefan Palm bestätigte ihre Beobachtung. Aufgrund der Kürze der Zeit habe er auf diesen Umstand jedoch nicht eingehen können. Cornelia Schnippa freut sich über den Zugewinn an Wissen, das wiederum ihre eigenen Touren bereichert.

Für die Neulinge im Tourismusverband Lausitzer Seenland sieht die Marketingverantwortliche Katja Wersch Chancen. Bereits seit Januar gibt es eine Broschüre für die gesamte größere Urlaubsregion. Jedoch ist Wersch bewusst, dass das Zusammenwachsen eine Aufgabe von Jahren sei. Jedoch gebe es schon jetzt viele Berührungspunkte etwa beim Radfahren, der Industriekultur oder dem Thema Landschaft im Wandel. Weiterhin wünscht sich Wersch, dass sich neue und alte Tourismusanbieter aktiv in den Verband einbringen.

Aktuell arbeite man intensiv an zwei Themen: Familienfreundlichkeit und Digitalisierung. Für Letzteres seien Schulungen geplant und auch der Tourismustag im März 2019 werde sich diesem Thema widmen. Das vor zwei Jahren im Seenland eingeführte Online-Buchungssystem sieht Katja Wersch als Vorteil für die neuen Mitglieder. Beim Tourismusverband Niederlausitz hätte es Ähnliches nicht gegeben. Geplant werde eine neue Broschüre, die sich speziell an Rollstuhlfahrer richtet. „Darin wird der Rosengarten als Ausflugsziel besonders hervorgehoben“.

Dazu passt die Einladung des Parkmanagers. Zum Abschluss seiner Führung, die nur zehn Minuten länger dauerte, lädt er alle ein, wieder in den Rosengarten zu kommen und den ersten kurzen Eindruck zu vertiefen.