(sh) Nach der Wahl der 45-jährigen Rechtsanwältin Anja Redlow zur neuen Amtsdirektorin für Döbern-Land am Donnerstag hat mit Stephan Willerding einer der unterlegenen Bewerber erklärt, das Ergebnis vor dem Verwaltungsgericht anfechten zu wollen. Entsprechenden Schritte hatte der Dessauer bereits am Mittwoch vor der Wahl für den Falle seiner Nichtberücksichtigung angekündigt. Am Freitag erklärte er auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Ja, ich bleibe dabei.“ Am Wochenende wolle er nun einen entsprechenden Schriftsatz erarbeiten und in der nächsten Woche dann bei Gericht einreichen. „So leid es mir tut – und ich wünsche Frau Redlow wirklich alles Gute – aber so kann es nicht sein“, betonte Willerding. Der unterlegene Bewerber, der bei der Wahl lediglich eine Stimme bekommen hatte, moniert, dass das Prinzip der Bestenauwahl nicht eingehalten worden sei. Er beruft sich dabei auf Artikel 33 Nummer 2 des Grundgesetzes („Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“). Willerding ist der Meinung, besser für das Amt qualifiziert zu sein. Zudem hat er nach eigenen Angaben Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Damit solle das Prozedere der ersten Wahlsitzung am 6. Mai untersucht werden.

Die Kommunalaufsicht des Landkreises Spree-Neiße hatte in einer ersten Stellungnahme keine Bedenken an der Rechtmäßigkeit des Wahlverfahrens geäußert. Es stehe jedem frei, Entscheidungen überprüfen zu lassen, erklärte Egbert S. Piosik, Vorsitzender des Amtsausschusses, nach Bekanntwerden der Pläne Willerdings. Der zweite unterlegene Bewerber, der Mannheimer Detlev Kehl, war am Donnerstag erster Gratulant der neuen Amtsdirektorin. Kehl hatte drei Stimmen erhalten. Stephan Willerding war am Donnerstag nicht in Döbern vor Ort.