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Unnötige Missverständnisse

In der Tat hat es „unnötige Missverständnisse“ im Zusammenhang mit dem so genannten Geschichstpark gegeben, wie es der Forster Bürgermeister Gerhard Reinfeld gestern sagte. Dass auch er einen gehörigen Teil dazu beigetragen hat, möchte er indes nicht zugeben.

Die Presse in Deutschland und in Polen sei schuld. Berichte hätten „das Wesen des Vorhabens“ nicht widergespiegelt.
Was das Wesen des Vorhabens ist, hat Gerhard Reinfeld auch gestern nicht genauer ausgeführt. Seinen polnischen Amtskollegen war es indes wichtig, darauf hinzuweisen, dass mit dem Projekt „kein lokales Zentrum für Vertreibung“ verbunden sein solle. In der gestern unterschriebenen Vereinbarung heißt es, dass der Aspekt der Vertreibung und Umsiedlung ausgeklammert werde. In einer Hauptausschuss-Sitzung im Februar in Forst - in der sich der Forster Bürgermeister das einzige Mal öffentlich zu den Inhalten geäußert hatte - hatte er allerdings genau auf den jetzt herausgenommenen Aspekt hingewiesen. Millionen Menschen seien vertrieben worden, und Millionen Menschen seien hergezogen, hatte der Bürgermeister damals gesagt. Viele Menschen würden Forst aus geschichtlichen Gründen besuchen.
Es ist löblich, dass Gerhard Reinfeld sich mit seinen polnischen Kollegen zusmmensetzt, um über gemeinsame Projekte zu reden. Warum er aber an einem nebulösen Geschichtspark-Begriff festhält, für den er in Forst keine politische Rückendeckung hat, ist unverständlich. So etwas muss zu Missverständnissen führen.