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Polizei
Überfall an der Kasse

Im Netto-Markt an der Spremberger Straße nahe dem Wasserturm-Kreisel ereignete sich der Überfall.
Im Netto-Markt an der Spremberger Straße nahe dem Wasserturm-Kreisel ereignete sich der Überfall. FOTO: Katrin Kunipatz / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Forst. Mit einem Messer versucht ein Maskierter am Montagabend in Forst, Bargeld zu erbeuten. Von Katrin Kunipatz

Im ersten Moment klingt es unglaublich, was Silvio Teske mit drastischen Worten im sozialen Netzwerk Facebook schreibt. Er beschimpft einen Unbekannten, der seinem Sohn am Montagabend im Forster Netto-Markt ein Messer an den Hals gehalten haben soll.

Die schnelle und umso erschreckendere Aufklärung liefert Polizeipressesprecher Torsten Wendt: „Gegen 19.30 Uhr gab es einen versuchten Raubüberfall in dem Einkaufsmarkt an der Spremberger Straße.“ Ein in Forst bisher einmaliges Geschehen. Er wüsste nicht, wann sich in Forst der letzte Raub ereignet hat, so Wendt. Gleichzeitig verwies er aber auf Cottbus, wo ebenfalls am Montagabend Maskierte in einem Bistro Geld erbeuteten.

Im Detail schildert der Polizeisprecher folgenden Ablauf des Forster Überfalls: Ein Maskierter betrat den Markt. Im Kassenbereich bedrohte er einen 18-Jährigen mit einem Messer und forderte die Verkäuferin auf, Geld aus der Kasse in seinen mitgebrachten Rucksack zu legen. Ein weiterer Kunde, der das Geschehen beobachtete, rief die Polizei. Dem angegriffenen Jugendlichen gelang es schließlich, den Täter wegzustoßen. Er blieb körperlich unverletzt. Der verhinderte Räuber flüchtete ohne Geld. Messer und Rucksack ließ er im Markt zurück. Auf der Flucht in Richtung der Einsteinstraße verlor der flüchtende Täter ein Mobiltelefon. Alle Gegenstände stellte die herbeigerufene Polizei sicher. Nun sei die Kriminalpolizei dabei, anhand der vorhandenen Spuren den Täter zu ermitteln, erläutert  Wendt.

Im Netto-Markt ist am Dienstag nichts von den dramatischen Minuten des Vorabends zu merken. Um die Mittagszeit sind nur wenige Kunden im Markt. Die Angesprochenen wissen auch noch nichts von dem versuchten Überfall. Die Kassiererin verweist auf die Konzernzentrale.

Von dort gibt es nur recht wage Antworten. Bundesweit verfügt Netto über 4170 Filialen. „Sensible Informationen etwa in Bezug auf Sicherheitsmaßnahmen in unseren Filialen und auf die Zusammenarbeit mit Polizeibehörden oder zur Anzahl und zum Vorkommen von Überfällen werden grundsätzlich nicht kommunizieren“, teilt Stefanie Adler von der Unternehmenskommunikation Netto Marken-Discount auf RUNDSCHAU-Anfrage mit. Selbstverständlich gebe es interne Vorgaben für die Mitarbeiter, um kritische Situationen  zu vermeiden, sowie Richtlinien, wie man sich im Falle eines Überfalls zu verhalten habe. „Hierbei stehen stets die Sicherheit und das Wohl unserer Mitarbeiter und Kunden im Mittelpunkt“, betont Stefanie Adler. Gleichfalls werde den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach einem Überfall oder Überfallversuch  psychologische Unterstützung angeboten, sofern sie diese wünschen.

Der Jugendliche und auch die anderen Kunden, die den versuchten Überfall am Montag miterlebt haben, müssen im Moment selbst mit der Situation klar kommen. Die Reaktion im sozialen Netzwerk variieren zwischen wüsten Beschimpfungen des Täters. Einige fordern sogar drastische Strafen, die im Mittelalter üblich waren. Doch es gibt auch konkrete Hilfsangebote.