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Üble Gerüche in Forster Nordstadt

Das vordere der beiden Belebtbecken ist im Moment nicht in Betrieb und ist Grund für den Fäulnisgeruch. Es muss gereinigt werden.
Das vordere der beiden Belebtbecken ist im Moment nicht in Betrieb und ist Grund für den Fäulnisgeruch. Es muss gereinigt werden. FOTO: kkz
Forst. Forster beschweren sich seit Dienstag über ekelhaft stinkende Luft. Betroffen sei vor allem die Nordstadt, hieß es in den sozialen Netzwerken. kkz

Ihren Ursprung haben die üblen Gerüche in der Kläranlage Forst, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Frank Pryzchodzik, Werkleiter im Eigenbetrieb Städtische Abwasserbeseitigung, erläutert: "Toxische Stoffe sind in die Biologie der Belebtbecken gelangt." In der Folge starben die Mikroorganismen ab, die die Schmutzfracht im Wasser abbauen. Die damit einhergehenden Fäulnisprozesse haben den Gestank verursacht.

Betroffen sind beide Belebtbecken. Eins haben die Mitarbeiter der Abwasserbeseitigung stabilisieren können. Hier läuft jetzt wieder alles normal. Das zweite Becken ist stärker betroffen, hier brach der Abbauprozess zusammen. Deshalb muss es gereinigt werden. Die Vorbereitungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, weil dafür zusätzliche Technik gebraucht wird. Geplant sei, bis Ende August das zweite Belebtbecken wieder in Betrieb zu nehmen. "Bis dahin kann es immer wieder riechen", sagt der Werkleiter.

Er vermutet, dass der Eintrag der für die Mikroorganismen giftigen Substanzen im Januar oder Februar stattgefunden hat. Es wurde jedoch nicht bemerkt, weil bei niedrigen Außentemperaturen die biologischen Prozesse sowieso langsamer ablaufen. Erst als in den zurückliegenden warmen Wochen nicht die entsprechende Aktivierung erfolgte, fiel das Problem auf.

Im Moment wird das Forster Abwasser nach der mechanischen Reinigung nur in einem Belebtbecken gereinigt. Alle Schmutzstoffe könnten deshalb nicht zurückgehalten werden. Die Untere Wasserbehörde ist darüber informiert. "Wir überschreiten zurzeit die Grenzwerte an der Einleitstelle, erhöht sind Stickstoff- und Phosphorfracht und der Wert für den chemischen Sauerstoffbedarf", erklärt Frank Pryzychodzki. "Das eingeleitete Wasser ist aber nicht fischgiftig", betont er. In der Neiße gehen die biologischen Prozesse weiter, zudem wird das eingeleitete Wasser verdünnt.