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Üble Gerüche in Forst bald Geschichte

Mitarbeiter der Spremberger Firma Lobbe haben mit einem Schlauch die Ablagerungen aus dem Becken der Forster Kläranlage gesaugt.
Mitarbeiter der Spremberger Firma Lobbe haben mit einem Schlauch die Ablagerungen aus dem Becken der Forster Kläranlage gesaugt. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Seit Ende Juni klagen Bewohner der Forster Nordstadt, die in der Nähe der Kläranlage leben, über üble Gerüche. Grund dafür waren toxische Stoffe, die in die zwei Belebtbecken der Anlage gelangt waren und die Mikroorganismen absterben ließen – diese konnten das Abwasser nicht mehr reinigen, die Fäulnisprozesse sorgten für den Gestank. Steffi Ludwig

Doch dieser soll nun bald Geschichte sein: Denn am Dienstag haben Spezialfahrzeuge damit begonnen, die Ablagerungen in dem zweiten Becken abzusaugen. Mit einem großen Schlauch holten sie den schlammigen Sand und fasrige Teile, die sich vor die Belüfterstränge gelegt hatten, vom Grund des Beckens.

Bereits 14 Tage lang war vorher das Wasser aus dem rund 5000 Kubikmeter fassenden Becken abgepumpt worden, berichtet Frank Przychodzki, Technischer Werkleiter des Eigenbetriebes Abwasser der Stadt Forst. Die abgestorbenen Mikroorganismen, die für die Gerüche sorgten, seien bereits vorher entfernt worden, weshalb in der letzten Zeit weniger Gestank von der Kläranlage gekommen sei, erklärt Sven Seidel, Teamleiter in der Kläranlage. Das erste betroffene Belebtbecken hatte von den Mitarbeitern der Abwasserbeseitigung gleich im Juni stabilisiert werden können - das zweite Becken sei zum Problem geworden, da hier der Abbauprozess zusammengebrochen war.

Doch der Werkleiter des Eigenbetriebes hofft, dass die Absaugarbeiten Ende der Woche abgeschlossen sein werden und Anfang kommender Woche damit begonnen werde, das Becken wieder zu befüllen. "Allerdings muss der Belebtschlamm, der für die Reinigung verantwortlich ist, erstmal wieder hochgezüchtet werden", erklärt Sven Seidel. Die Kläranlage werde jedoch sogenannten Impfschlamm aus einer anderen Anlage besorgen, um einen Grundstock an lebenden Mikroorganismen zu haben. "Diese entwickeln sich dann zügig", so Sven Seidel.

Unterdessen arbeitet die neue mechanische Reinigung der Kläranlage - sie war für 2,55 Millionen Euro modernisiert worden. Ende Juni wurde mit dem Grobrechen die letzte Anlage in Betrieb genommen, nur kleinere Arbeiten stehen noch aus. Insgesamt hatte sich der Bau um rund zwei Monate verzögert. Der belüftete Sand- und Fettfang und der Feinrechen sind beispielsweise gut im Betrieb und helfen auch, solche Vorfälle wie mit den Belebtbecken zu vermeiden. "Denn unser alter Sandfang hat auch Sand durchgelassen, der sich im Becken abgelagert hat", so Frank Przychodzki. Der neue Sandfang sei eine deutliche Verbesserung. Der Sand im Abwasser sinke ab, werde abgepumpt, gewaschen und könne als Streu- oder Bausand verwendet werden.

Und anstelle eines Grob- und Feinrechens gab es bisher nur einen Kombirechen, der Teilchen bis zu einer Größe von sechs Millimetern aus dem Abwasser durchließ. So gelangten fasrige Dinge wie Haare in die Belebtbecken. Das soll nun durch die zwei neuen Feinrechenanlagen, die nur eine Spaltbreite von drei Millimetern haben, nicht mehr vorkommen. Haare werden jetzt herausgefiltert.