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| 11:51 Uhr

Turnen
Dynamik, Grazie und Erfahrung

Beim Generationenturnen zeigen Alexa Rehfeld, Veit Noack, und Ingrid Krügel unter freiem Himmel ihr Können.
Beim Generationenturnen zeigen Alexa Rehfeld, Veit Noack, und Ingrid Krügel unter freiem Himmel ihr Können. FOTO: Margit Jahn
Groß Bademeusel. Beim Generationenturnen stehen Reck, Barren und Schwebebalken unter freiem Himmel. Zum nunmehr zehnten Mal hatte der SG Bademeusel am Sonnabend bei herrlichstem Wetter ins Grüne eingeladen. Von Margit Jahn

Gleich hinter der Groß Bademeuseler Turnhalle befindet sich eine geläufige Wiese. Auf der Wiese waren am Sonnabend unzählige Geräte aufgebaut, die man sonst nur aus dem Turnhalleninneren kennt. Und genau das ist das Ungewöhnliche am Generationenturnen: Hier messen sich die Turner unter freiem Himmel. Die Zuschauer, die unter den romantisch schattigen Bäumen mit den weißen selbst gebastelten und tief hängenden Blüten saßen, hatten somit einen ganz besonderen Ausblick auf die Turnwiese wo sich Pauschenpferd, Reck, Barren, Schwebebalken und Bodenmatten befanden.

Sektionsleiter Thomas Kochan hatte mit seinen Helfern alle Hände voll zu tun, Geräte aufstellen, und hier und da noch nach Abständen oder Befestigungen zu schauen, hatte er doch die Doppelfunktion der Organisation und gleichzeitiger Teilnahme an diesem Turnwettbewerb. Mit Mary-Jane Skopiak (15) aus Frankfurt/Oder bildete er das Team „Last Minute“.

Jedes der insgesamt zehn Teams bestand aus einem jüngeren und einem älteren Sportler, die mindestens 19 Jahre Altersunterschied haben mussten.  Nach dem Einturnen wurden die jeweiligen Teampartner der Kategorie: Mädchen/Mann, Mädchen /Frau, Junge/Mann zur Eröffnung vorgestellt. Vier Vereine traten zum Wettbewerb an: Gastgeber SG Bademeusel e.V., TuS-Klingetal Frankfurt/Oder, Ueckermünder Turnverein 1861 und der TSG Steglitz 1878 e.V.

„Die Kinder bestimmen welchen Namen wir tragen“, sagt eine strahlende Ingrid Krügel, die mit ihrem modernen seitlich geflochtenen Zopf mit 74 Jahren die älteste Teilnehmerin ist. Sie selbst bildet mit Laura-Sophie Bünger (14) das Team „Wüstenmäuse“. Ihre Teamkollegin Birgit Tuchen (61), nennt sich mit ihrer jüngeren Partnerin Leonie-Daiana Grabert (12) „Die gelenkigen Zwei“. Und es gab weitere kreative Kreationen: „Doppel XX“ nennt sich das Team Alexa Rehfeld (15) und Axel Bialas (59), wegen der beiden „X“ in ihren Namen.

Erstmals gab es das Angebot eines Familienteams, unabhängig vom Alter. Wäre seine Tochter nicht verhindert gewesen, hätte Axel Bialas ein solches Team gebildet. Das bisherige Reglement besagte, dass Kinder nicht älter als 26 sein dürfen. Beim nächsten Mal wird er dann mit seiner Tochter in Familie turnen. Überhaupt hat ihn seine Tochter erst mit 41 Jahren zu diesem Sport gebracht. Weil die Tochter so begeistert war, konnte und wollte man die wenige freie Zeit gemeinsam verbringen und tat nebenbei noch etwas für Geist und Körper. Nach Forst kommt er gern, denn es ist draußen und macht Spaß.  „Der Termin soll unbedingt so gehalten werden, denn er steht traditionell im Kalender“, sagt der Sportler. Er nennt auch gleich die Maxime der Senioren: Erstens: sich nicht zu verletzen; Zweitens: Spaß haben; Drittens: Nicht Letzter werden und Viertens: Sich auf den gemütlichen Ausklang freuen und mit sich selbst zufrieden sein. Und das waren die Teams alle ganz offensichtlich. Ruhig und fair ging es auf dem Platz zu. Man gab sich nach jeweiligem Start Tipps zur Verbesserung. Hier waren keine Gegner auf dem Feld, sondern man war eine große Familie.

„Ab 50 Jahren brauchen die Damen auch keinen Sprung mehr machen und ab 40 kann man auf der Bank turnen, statt auf dem Balken“, erklärt Birgit Tuchen zwischendurch. „Wer möchte, kann zwar, muss aber nicht.“ Davon machen alle angetretenen Senioren Gebrauch. Verletzungen müssen nicht herausgefordert werden und dynamisch, sportlich und beweglich sind die Senioren allemal. Eine sichtlich gut gelaunte Ingrid Krügel findet: „Es ist gut wieder einmal im Freien zu turnen.“ Allerdings sei es für einen Turner ungewöhnlich: „Man muss den Kopf verändern, aber Koordination klappt noch.“  Auch generell sei man „offener geworden“ für diese Art der Veranstaltung.

In der Kategorie Mädchen/Mann gewann das Team „Doppel XX“ mit Alexa Rehfeld und Axel Bialas, bei Mädchen/Frau gewannen die „Turnflippis“ mit Dzesika Bedurke und Ute Fischer (Frankfurt/Oder) und in der Kategorie Junge/Mann das „TV-Team“ mit Tom Lehmann und Veit Noack.