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| 02:35 Uhr

Trommeln für den Frieden

Thomas Hähnel wird am 1. Mail auf seiner Muttertrommel spielen. Zum Trommeln für den Frieden treffen sich alle Interessierten um 12 Uhr an der Langen Brücke in Forst.
Thomas Hähnel wird am 1. Mail auf seiner Muttertrommel spielen. Zum Trommeln für den Frieden treffen sich alle Interessierten um 12 Uhr an der Langen Brücke in Forst. FOTO: Kasia Golembiowski
Forst. Erst vor wenigen Wochen hat Thomas Hähnel seine "Motherdrum" (deutsch: Muttertrommel) bekommen. Trommeln selbst fasziniert den Forster Heilpraktiker schon seit vielen Jahren. Katrin Kunipatz

"Über das Trommeln kann man zum eigenen inneren Frieden kommen und diesen dann auch weitergeben", erklärt er. Seit zweieinhalb Jahren trommelt der Heilpraktiker selbst und setzt die aus Afrika stammende schamanische Trommel bei der Therapie ein.

Sein Traum war aber schon immer eine indianische Powwowtrommel mit mehr als einem Meter Durchmesser. Zufällig stieß er bei seinen Recherchen in diesem Jahr auf Stefan Bergmann aus Althütte bei Stuttgart. Er ist Vorsitzender des Vereins für indianische Lebensweisen und baut im Stil der nordamerikanischen Indianer diese riesigen Trommeln. Bergmann vermittelt auch, wie sie zu spielen sind und wie sie therapeutisch eingesetzt werden. Der Forster Thomas Hähnel lernte bei ihm, wie es gelingt, einen gleichmäßigen Klangteppich zu erzeugen und den Rhythmus über längere Zeit zu halten. Dafür schlägt der Trommler zwei Trommelstöcken mit einer winzigen Verzögerung auf die gespannte Kuhhaut.

Welche Kraft in seiner Trommel steckt, hat Thomas Hähnel erlebt. In einem alten Quarzsteinbruch in der Nähe von Breslau hat er die "Motherdrum" am vergangenen Wochenende ausprobiert. "Ich habe an den Füßen gespürt, wie der Stein vibriert", sagt der 55-Jährige. Freunde, die einige Meter entfernt standen, konnten die Schwingungen spüren und an der Wand brachen Steine ab.

Auch die Indianer wussten um diese Kraft und setzten ihre Trommeln zur Erdheilung ein, so Thomas Hähnel. Diese Idee haben einige Enthusiasten vom Verein für indianische Lebensweise aus Althütte weitergedacht und das Projekt "100 000 Trommeln für den Frieden" ins Leben gerufen. Bei einem Trommelbau-Workshop in Ehingen werden Ende April die ersten 100 Trommeln gebaut. Geld für das Material spendeten viele Menschen über das Internet. Erklingen sollen die neuen Instrumente gemeinsam mit anderen Trommeln am 1. Mai im Rahmen des ersten "Peacecrowd Day" zur Heilung der Erde.

Forst wird dabei einer von insgesamt drei Orten sein, in denen am 1. Mai um 12 Uhr für eine halbe Stunde im gleichen Rhythmus getrommelt wird. "Impuls - Zentrum für Bewusstsein" lädt dazu alle Interessierten ein, sich ab 11.30 Uhr im Neißevorland an der Langen Brücke zu versammeln. "Jeder kann mit seiner Trommel dabei sein", sagt Thomas Hähnel von Impuls. Er wird seine Motherdrum mitbringen. Angemeldet haben sich auch die Sonnentrommler aus dem Hort der Grundschule Nordstadt. Weitere Trommler stehen in diesem Jahr in Ehingen in Baden-Württemberg und im niedersächsischen Lenne. Unter dem Titel "Heal The Earth" (deutsch: Heile die Erde) sollen sich jedes Jahr immer mehr Menschen überall auf der Erde zum gemeinsamen Trommeln verabreden, bis einmal 100 000 Trommler für den Frieden zusammen sind. "Und Forst wäre schon beim ersten Mal dabei gewesen", sagt Thomas Hähnel.