Wer ein Osterfeuer veranstalten will, muss strenge Auflagen einhalten - was vor fünf Jahren mit einem Rundschreiben aus der Verwaltung eine Empörungswelle bei den Veranstaltern ausgelöst hat, zeigt Wirkung. So lautet das Fazit der Arbeitsgruppe (AG) "Schutz der Wälder" des Landkreises, die gestern in der Kreisverwaltung in Forst zusammengekommen war.

Die Auflagen sind nicht neu und galten bereits vor dem Jahr 2011, der Nachdruck aber, mit dem die Verwaltung die Regeln und Verbote umsetzt, waren neu. Von einer aussterbenden Tradition war die Rede, einige Gemeinden und Ortsteile sowie Privat-Veranstalter sagten ihr Feuer ab. Zu teuer sei die professionelle Entsorgung der Brandreste, so das Argument. Die AG-Mitglieder sehen das anders: Wenn - wie vorgeschrieben - nur Naturholz verbrannt wird, bleibe kaum Asche. Die lasse sich bequem in der Restmülltonne entsorgen. Im Regelblatt des Kreises wird ausdrücklich auf die Möglichkeit der Entsorgung in der eigenen Tonne hingewiesen.

Erloschen ist die Tradition auch trotz lauter Kritik nicht. Auch in Forst wird es in diesem Jahr traditionelle Osterfeuer geben. Dass sich die Zahl der Feuer in Forst sowie im gesamten Kreis allerdings verringert hat, das konnten die Mitglieder der AG bestätigen. Die noch existierenden Osterfeuer seien zudem kleiner als zuvor. Die Folge: Die Einsätze der Feuerwehren im Kreis werden bei Traditionsfeuern seltener. Auch, weil das Material frühestens 48 Stunden vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden darf. Oft sei es vorgekommen, dass erst kleine Brennhaufen zu größeren geworden seien, weil die Einwohner zusätzliches Material dazugeworfen hätten. Dafür gibt es mittlerweile kaum noch Zeit. Auch das frühzeitige Abbrennen, das oft einen Feuerwehreinsatz nötig machte, sei selten geworden.

Die scharfen Auflagen sind nach Einschätzung der AG ein Erfolg - auch im Kampf gegen die illegale Ascheablagerungen im Wald. Nicht eine habe es im vergangenen Jahr gegeben, so Siegfried Lüdecke, Leiter der Oberförsterei Drebkau und damit zuständig für die Wälder im südlichen Landkreis. Zuvor hatten die Förster in der Region oft damit zu tun, Ascheablagerungen in ihren Wäldern zu entsorgen. Vor allem dann, wenn neben dem zugelassenen Naturholz auch Müll mitverbrannt wurde, sodass Abfall in die Wälder gelangte.

Die illegale Müllverbrennung war vor fünf Jahren der Hauptanlass für den Landkreis, mit Nachdruck auf die Regeln fürs Osterfeuer hinzuweisen und die Auflagen zu straffen. Immer wieder waren in den Ascheresten Metallteile und Überbleibsel von Sperrmüll gefunden worden. Der Kreis hat bereits wiederholt von dem Erfolg der Maßnahme berichtet - die stattfindenden Osterfeuer seien mittlerweile in der Regel beanstandungsfrei. Auch Lüdecke betont: "Das Prozedere hat gefruchtet."

Allerdings weist der Leiter der Drebkauer Oberförsterei auf ein neues Problem hin, das sich erst mit den verschärften Osterfeuer-Regeln ergeben hat. Bisher sei es Usus gewesen, dass unkompostierbarer Grünabfall mit den Osterfeuern verbrannt wurde. Jetzt, so Lüdecke, würden die Abfälle nicht selten in den Wäldern abgeladen. Als Beispiel nennt er von Rostpilz befallenen Wacholder, der dem Wald ebenfalls schaden kann. Das Problem jedoch liege nicht in den Bestimmungen für die Osterfeuer, sondern vielmehr in den Öffnungszeiten der Annahmestellen für Grünabfall. Zwar bieten Forst, Guben und Spremberg Öffnungszeiten auch am Samstag an, allerdings müssten dringend flächendeckend Samtags-Öffnungszeiten eingeführt werden, so Lüdecke.

Zum Thema:
Die Anmeldung von Osterfeuern wird bei den Ordnungsämtern vorgenommen und kostet beispielsweise in Forst 25 Euro Bearbeitungsgebühr. Der Antrag muss drei Wochen vor dem Abbrenntermin beim Kreis eingegangen sein. Wer die Aschereste selbst entsorgen will, muss die Entsorgung beim Landkreis mit einem Foto nachweisen. Die gleiche Regelung gilt für Traditionsfeuer aus anderen Anlässen.