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| 02:35 Uhr

Touristinformation im Aufwind

Die gebürtige Forsterin Carolin Schneider arbeitet seit Oktober in der Touristinformation der Rosenstadt.
Die gebürtige Forsterin Carolin Schneider arbeitet seit Oktober in der Touristinformation der Rosenstadt. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Ausgerechnet in der Hauptsaison des vergangenen Sommers war die Forster Touristinformation nur eingeschränkt geöffnet, teilweise nur wenige Stunden pro Tag. An einigen Tagen war sie ganz geschlossen. Steffi Ludwig

Die Gründe dafür erklärte der zuständige Verwaltungsvorstand für Service, Bildung und Personal, Sven Zuber, am Mittwoch noch einmal vor dem Werksausschuss des Eigenbetriebes Kultur, Tourismus und Marketing: Eine Mitarbeiterin der Touristinformation war seit dem Sommer erkrankt, und die andere habe ihren befristeten Arbeitsvertrag, den sie mit dem Verein "Land und Leute" hatte, vorzeitig beendet.

So war teilweise gar keine Mitarbeiterin da, weshalb Dörthe Stein vom Archiv verschwundener Orte aushelfen musste, was dazu führte, dass das Hornoer Archiv im Sommer zeitweise geschlossen werden musste. Eine weitere Kollegin wurde stundenweise eingesetzt. "Es war für alle eine unschöne Situation", gibt Sven Zuber - der in Vertretung für die erkrankte Werkleiterin Juliane Gründel spricht - zu.

Der Eigenbetrieb, zu dessen acht Beschäftigten die zwei Mitarbeiterinnen der Touristinformation gehören, schrieb die Stelle der Mitarbeiterin, die den Vertrag beendet hatte, aus.

Seit Oktober 2016 arbeitet nun Carolin Schneider (33), eine gebürtige Forsterin und ausgebildete Touristikerin, in der Touristinformation. Auch sie stellte sich am Mittwoch dem Ausschuss vor. Sie habe nach ihrem Abitur eine Ausbildung zur Touristikassistentin in Freital gemacht und seitdem beim Reiseclub Cottbus gearbeitet, berichtet sie. Dabei lernte sie die verschiedenen Bereiche kennen: Reisebüro, Produktmanagement, Hoteleinkauf. Als sie die ausgeschriebene Stelle in der Heimatstadt sah, habe sie sich beworben, sagt sie gegenüber der RUNDSCHAU.

Es klappte mit der Bewerbung, und seitdem berät sie unter anderem Touristen und Forster zu Veranstaltungen, verkauft Dauerkarten für den Rosengarten oder verschaffte bereits einer Schweizer Studentengruppe Zugang zur Schwarzen Jule. Noch ist sie allein in der Touristinformation, weshalb diese in der vorigen Woche, als Carolin Schneider krank war, wieder geschlossen war. Doch wahrscheinlich Ende Februar soll die zweite Kollegin, die im Sommer erkrankt war, wieder da sein, wie Sven Zuber berichtet.

"Spätestens zum Saisonstart wollen wir mit frischem Wind starten", so Zuber. Denn auch eine Neugestaltung des Raumes der Touristinformation mit frischeren Farben und einem zeitgemäßeren Tresen ist geplant. Denn die kürzliche Zertifizierung durch den Deutschen Tourismusverband hatte ergeben, dass das Erscheinungsbild innen nicht wirklich ansprechend sei. In den Bewertungskriterien "Erscheinungsbild außen", "Beratung und Service" und "Qualitätsbewusstsein" kam die Touristinformation jedoch sehr gut weg. Momentan liefen die Planungen für die Umgestaltung, die Kosten sollen aus dem laufenden Budget des Eigenbetriebes gezahlt werden, so Zuber.

Zum Thema:
Die Zahl der Übernachtungen ist in Forst in den vergangenen Jahren gestiegen. Waren es 2013 noch 14 922, sind es 2016 schon 19 544 gewesen, wie Sven Zuber mitteilte. Im Vergleich dazu waren es in Guben nur 10 430 Übernachtungen. Forst habe laut dem Landesamt für Statistik 329 Betten in acht Einrichtungen, Guben dagegen nur 174 Betten in fünf Einrichtungen. Allerdings blieben die Gäste in Forst nur durchschnittlich 1,9 Tage (Guben: 1,5 Tage) und die Auslastung der Betten betrage 16,9 Prozent (Guben: 16 Prozent). Hier müsse der Eigenbetrieb ansetzen.