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Forst
Endlich frei für neue Aufgaben

NEU_ITB 2017 Petra Neumann
NEU_ITB 2017 Petra Neumann FOTO: Ida Kretzschmar / for
Forst. Von Katrin Kunipatz

Petra Neumann wirkt gelöst. Geradezu euphorisch sitzt die Geschäftsstellenleiterin des Tourismusverbandes Niederlausitz an diesem Tag an ihrem Schreibtisch. Es ist einer ihrer letzten Tage in Forst. Ab Januar wird sie in Branitz in der gerade entstehenden Wohnresidenz mit Spa arbeiten.

Für gute Stimmung sorgt nicht allein die neue Aufgabe. „Ich freue mich, dass es endlich für den Tourismusverband Niederlausitz eine Lösung gibt“, sagt Petra Neumann. Gemeint ist die Verschmelzung der beiden Tourismusverbände Lausitzer Seenland und Niederlausitz zum 1. Januar 2018. „Eine gemeinsame Vermarktung ist in jedem Fall günstiger“, so Neumann. Gebündelte Kräfte bedeuten mehr Personal, aber auch mehr Geld, um die Region besser auf den Messen, im Internet und landesweit vermarkten zu können.

Petra Neumann weiß, wovon sie spricht. Seit 1993 setzt sie sich in Forst für den Tourismus und die Vermarktung der Rosenstadt ein. Gut erinnert sie sich an diese ersten Jahre nach der Wende, vieles war neu. „Als ich das grüne „i“ ans Fenster klebte, vermuteten Passanten eine neue Versicherung“, erzählt sie. Dabei war es das Erkennungszeichen für die Touristinformation. Der Ort, an dem Petra Neumann die nächsten 20 Jahre arbeitete. Den Wechsel der Touristinfo in den städtischen Eigenbetrieb schätzt sie positiv ein. Denn für den Verein wurde es schwieriger, die finanziellen Mittel aufzubringen, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und nötige Fachkräfte bezahlen zu können.

Sie selbst betrat 2012 als Leiterin der Geschäftsstelle des Tourismusverbandes Niederlausitz wieder Neuland. „Eigentlich sollte es nur eine Übergangslösung sein, um nach der Neugründung des Seenlandverbandes den Leistungsträgern, die sich über Jahre eingebracht hatten, die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam zu vermarkten“, erklärt Petra Neumann. Aus zwei Jahren wurden schließlich fünf.

Trotz des provisorischen Charakters hat der Tourismusverband nie improvisiert, sondern Nägel mit Köpfen gemacht. Verschiedene Radkarten, barrierefreie Angebote, Ausflugsplaner, Urlaubsmagazine mit Übernachtungsmöglichkeiten und touristische Angebote für Rad- und Wassersportler werben für den Urlaub in der Niederlausitz. Jüngstes Produkt ist ein Flyer für den Oder-Neiße-Radweg. Das wirklich letzte Projekt, an dem Petra Neumann mitwirkte, erscheint erst im neuen Jahr: das Seenland-Magazin. In dieser Broschüre sind erstmals Ausflugsziele und Beherbergungsbetriebe aus dem Seenland und der Niederlausitz vertreten.

Der Wechsel nach Branitz ist für die 57-Jährige eine Rückkehr zu den Anfängen. Als Diplom-Kulturarbeiter – so lautete die Berufsbezeichnung nach dem Abschluss des Studiums der Kulturwissenschaften in der DDR – war sie bis 1992 Programmgestalterin am damaligen Haus der Berg- und Energiearbeiter, der heutigen Lausitzhalle in Hoyerswerda, tätig. In der Wohnresidenz und Spa Branitz wird sie unter anderem Tanzabende, Lesungen und Konzerte organisieren. Ideen seien schon genug da, so Petra Neumann.

So ganz wird sie trotz aller Kultur der Tourismus nicht loslassen. Die Entwicklung des zukünftigen Cottbuser Ostsees wolle sie interessiert verfolgen. Und wer nach einem Geheimtipp für den Urlaub fragt, dem empfiehlt sie beispielsweise eine Paddeltour auf der Neiße.