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| 16:47 Uhr

Neu in Forst
Der Familie wegen von Bochum nach Forst

Tim und Gerhard Niedermeiser (hinten) in ihrer neuen Wohnung. Tim Niedermeiser lädt für den 30. November zu einer Lesung ein.
Tim und Gerhard Niedermeiser (hinten) in ihrer neuen Wohnung. Tim Niedermeiser lädt für den 30. November zu einer Lesung ein. FOTO: Ingrid Ebert
Forst. Viele ziehen weg aus Forst. Manche aber ziehen auch in die Rosenstadt. Zu ihnen gehören Tim und Gerhard Niedermeiser aus Bochum. Vor genau einem Jahr haben sie ziemlich kurz entschlossen eine geräumige Wohnung in der Villa Tagorestraße 5 gemietet. Im selben Haus wohnt auch der Bruder von Tim Niedermeiser, der die Idee einer Familienzusammenführung hatte. Von Ingrid Ebert

Tim Niedermeiser: „Er rief uns in Bochum an und fragte, wie flexibel wir wären. Dann haben wir uns alles vor Ort angesehen, und was wir gesehen haben, hat uns gefallen. Die Menschen hier sind offen und freundlich. Wir haben uns gleich wohl gefühlt, sind gut aufgenommen worden.“ Was beiden Männer auch gefällt, das sind die kurzen Wege. „Selbst nach Cottbus ist es nicht weit.“

Fast zeitgleich hat die Mutter in Köln den Umzugswagen bestellt. „Sie ist 77 Jahre alt und wird irgendwann unsere Hilfe brauchen. Es ist gut, dass wir alle unter einem Dach wohnen können“, so Tim Niedermeiser, der den Namen seines Lebenspartners angenommen hat.

Seit 21 Jahren gehen die beiden ihren Weg gemeinsam. „Kennengelernt haben wir uns im Zwitscherstübchen in Bochum, damals war ich 24“, so Tim Niedermeiser. Am 19. Oktober 2001 machten sie ihre Lebenspartnerschaft amtlich, Heiraten ging damals noch nicht. Aber sie wurden kirchlich gesegnet. Das war 2006. Am 30. November, wenn Gerhard Niedermeiser 63. Geburtstag feiert, soll auf dem Forster Standesamt die langjährige Partnerschaft endlich zur Ehe umgewandelt werden. Ein großes Fest wird es nicht geben, aber eine öffentliche Lesung in den Privaträumen.

Seit fast zwei Jahrzehnten schreibt Tim Niedermeiser Gedichte, Kurzgeschichten und Erzählungen. Stolz verweist er auf sein „Schriftstellerdiplom“. Er erhielt es 2006 nach einem einjährigen Fernstudium „Literarisches Schreiben“ auf der Cornelia-Goethe-Akademie. Er schreibt am liebsten nachts, wenn alles still ist und der Gedankenfluss nicht unterbrochen wird. Dann entstehen kleine Denkanstöße, dann lässt er seine Gedanken spielen. Ihn beschäftigt die dunkle Seite im Menschen. Woher kommt das Böse? Was beeinflusst die täglichen Entscheidungen? Fragen, die im zeitkritischen Kurzroman „Jesse Bachmann – Porträt eines Todesengel“ eine entscheidende Rolle spielen.

„In Forst bin ich bisher nicht so richtig zum Schreiben gekommen“, gesteht Tim Niedermeiser. „Wir haben noch einigen Verwaltungskram zu erledigen, und das Umfeld der Villa, die 1805 in Forst gebaut wurde, soll ja auch gestaltet werden.“ Außerdem sucht der staatlich anerkannte Familienpfleger Arbeit als Altenpfleger, am liebsten halbtags, damit Zeit für das Schreiben bleibt.