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| 02:35 Uhr

Tiefsinnige, humorvolle Geschichten mit vielen bekannten Namen

Gisela Steineckert kommt auch in Forst mit dem Publikum ins Gespräch.
Gisela Steineckert kommt auch in Forst mit dem Publikum ins Gespräch. FOTO: mle1
Forst. Die renommierte Autorin Gisela Steineckert war am Samstagnachmittag zum wiederholten Mal bei Diana Podlesch im Forster Pavillon Genuss und Kunst zu Gast. "Eines schönen Tages . mle1

.." - so beginnen Geschichten - oder auch Erinnerungen. So heißt auch ihr jüngstes Buch. Im Mai letzten Jahres erschienen, mit sehr persönlichen Erinnerungen im Verlag Neues Leben. Anlass dazu war ihr 85. Geburtstag. In dem Band sind Erinnerungen der Autorin in 28 Kapiteln gebündelt. "Es ist keine Bilanz, sondern ein Rückblick auf die Zusammenarbeit mit Freunden und Kollegen, ebenso auf Widrigkeiten und Enttäuschungen", heißt es seitens des Verlages.

In rund 90 Minuten las Gisela Steineckert aus dem Werk vor einem aufmerksamen Forster Publikum, der kleine Pavillon fast überfüllt, kein Stuhl passte mehr in den Raum. Es waren kurzweilige Minuten, die im Flug vergingen mit tiefsinnigen, humorvollen Geschichten, verbunden mit vielen bekannten Namen in den Erinnerungen. Und als Dank für ihr Kommen, was mit weit über 80 Jahren so selbstverständlich nicht mehr ist, im tiefsten Januar eine nicht ganz so weite Lesereise anzutreten, griff Pavillon-Chefin Diana Podlesch zum Mikrofon und sang eines der bekanntesten und erfolgreichsten Lieder von Gisela Steineckert: "Das ist der einfache Frieden". Begleitet wurde sie dabei von Henri Kunze am Piano.

Gisela Steineckert wurde 1931 in Berlin geboren und während des Zweiten Weltkrieges nach Österreich evakuiert. 1946 kehrte sie zurück. Sie begann eine Lehre als Industriekauffrau, arbeitete als Sachbearbeiterin und Sprechstundenhilfe, Sozialhelferin und Redakteurin. Mit dem Schriftstellern begann sie während ihrer Arbeit bei der Zeitschrift Eulenspiegel in der DDR. Seit 1957 ist sie mit kurzen Unterbrechungen freischaffend tätig. Sie schrieb Liedtexte und Drehbücher; veröffentlichte viele Bücher mit Gedichten, autobiografischen Geschichten, Porträts und Essays, aber keinen einzigen Roman. Sie hat annähernd 50 Bücher geschrieben und viele hundert Lieder, Texte für große Hits darunter von Holger Biege, Veronika Fischer, Uschi Brüning, Kurt Demmler, Harald Juhnke, Karussell, Gisela May, Angelika Neutschel, Kurt Nolze, Frank Schöbel, Barbara Thalheim und Jürgen Walter. Das bleibt. Zu den populären Liedtexten aus ihrer Feder zählen bis heute "Clown sein" und "Schallali Schallala" in der Interpretation von Jürgen Walter oder auch "Der einfache Frieden" von Dirk Michaelis. 1987 entstand eines ihrer schönsten und bekanntesten Liebeslieder: "Als ich fortging" - von Dirk Michaelis und Karussell interpretiert, inzwischen in über 100 Coverversionen veröffentlicht. Auch dieses Lied war von Diana Podlesch in Forst zu hören.

Das literarische Schaffen von Gisela Steineckert wurde mit einer Vielzahl von Preisen gewürdigt, ihr wurde der Vaterländische Verdienstorden und der Nationalpreis der DDR verliehen.

Trotz ihres hohen Alters ist Gisela Steineckert äußerst rege. Sie schreibt und reist von Lesung zu Lesung quer durchs Land. Sie ist eine gefragte Autorin, eine Schriftstellerin zum Anfassen. Sie kommt mit ihren Lesern ins Gespräch, so auch in Forst.

Und sie hat noch viele Pläne: Ein neues Buch möchte sie noch schreiben, ein Buch über die Liebe. Ein politisches Buch, keinen Kitschroman; sondern über die Liebe in verschiedenen gesellschaftlichen Systemen. Viele neue Lieder hätten sich angesammelt, sagt sie. Auch die möchte sie veröffentlichen. Weitere Projekte sind in Vorbereitung. Und auf Tour geht sie regelmäßig. Neben den Solo-Veranstaltungen gestaltet sie Konzert-Lesungen mit Jürgen Walter und Dirk Michaelis. Gisela Steineckert ist verwitwet, lebt und arbeitet in Berlin.