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Kreisstadt mit großstädtischem Flair
Tausende beim Mitternachtsshopping auf den Beinen

Bis Mitternacht wurde in Forst promeniert. Dabei gab es an mancher Ecke auhc Unterhaltsames durch Straßenkünstler oder Musiker.
Bis Mitternacht wurde in Forst promeniert. Dabei gab es an mancher Ecke auhc Unterhaltsames durch Straßenkünstler oder Musiker. FOTO: Angela Hanschke
Forst . In der Samstagnacht hat sich die Kreisstadt wieder mit großstädtischem Flair gezeigt. Nach dem dreifachen Salut der Forster Schützen am Max-Seydewitz-Platz flanierten Tausende gut gelaunte, erlebnishungrige und kauflustige Menschen durch die Innenstadt, die zum hellerleuchteten Boulevard wurde. Ein echtes kleines Stadtfest, das vom Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ unterstützt wurde. Grund zur Freude gab es deshalb beim Gewerbevereinsvorsitzenden Andreas Wolff, der den drei lokalen Partnern, die den Abend inhaltlich und finanziell unterstützen, den Vereinen und Arbeitsgruppe (AG) „Mitternachtsshopping“ dankte, die seit Januar zusammentrat.

„Wer hätte dies vor zehn Jahren gedacht!“, rief begeistert der stellvertretende Bürgermeister Jens Handreck zur Eröffnung aus, der darauf hofft, dass es in einem Jahrzehnt mit der 37. Forster Rosenkönigin in Forst noch ebenso turbulent zugehen möge. Rosenkönigin Jessica I. an seiner Seite betonte: „Ich werde heute jeden geöffneten Laden besuchen.“

Kein leichtes Unterfangen angesichts von mehr als 20 Geschäften und Lokalitäten. Pflastermüde konnten Omnibus-Runden mit David Sommer oder Rikscha-Fahrten mit Rad-Rolf alias Rolf Bramkamp antreten. Mitglieder vom Forster Line-Dance-Grundkurs, die mittwochs im Park.7proben, tanzten auf dem Boulevard, Holzscheite knisterten in Feuerschalen und Tim Natusch zündete mit weiteren Abiturienten 100 Teelichte in der Cottbuser Straße an. Überall erklang Musik. Der Spielmannszug aus Horno sorgte für Stimmung, ebenso Ingrid Ebert war mit dem Leierkasten und einem Repertoire zwischen Radetzky-Marsch, Volkslied und Altberliner Melodien. Das Folk-Duo „Marv und Frank“ begeisterte am Forster Hof zumeist jugendliche Zuhörer. Daneben absolvierte die Gruppe „Ravenchild“ die erste ihrer furiosen Feuershows. Vier Stunden nonstop spielte Wolfgang Dannat vor dem Reisbüro „Reiseland Andreas Wolff“, wo Bernd Apel als Erster ein Selfi-„Urlaubsporträt“ unter Palmen schoss.

Ivonne Thümmel, Religionslehrerin an der Wichernschule, freute sich über das Interesse an den dekorativen Schülerarbeiten. Schnäppchenjäger kamen am Samstag voll auf ihre Kosten. Im Lichthaus Jahnel galt „Je später der Abend, desto kleiner die Preise“ und im Sporthaus Hubert konnten Kunden den Preis je nach Glück um drei bis 18 Prozent herunterwürfeln. „Vor allem Shirts, Sportschuhe und Jogginghosen waren heute gefragt“, zog Inhaber Uwe Hubert Bilanz. Volles Haus gab es auch in der Buchhandlung Berger, wo die Inhaberin und Vorsitzende der AG Mitternachtsshopping 20 Prozent Nachlass auf Kinderbücher und Geschenke gewährte. Ingrid Förster schaute sich dort gemeinsam mit ihren Kindern und Enkeln nach Geburtstagsgeschenken um. Mit Sekt und zehn Prozent Nachlass empfing Angelika Grätz in ihrem Fachgeschäft „Stoff-Art“, wo auch die „Lausitzer Hobbyquilter“ aus Cottbus ihre Kunst vorstellten. Renate Behrendt ging mit Freunden auf Shoppingtour; ganz in Familie hingegen die vier Markos aus Forst. Besseren Durchblick nach dem Einkauf hatten Kunden von Optiker Schork und von Butzke-Brillen. Doch mit anderen Augen konnte Forst auch betrachten, wer sich den Stadtführungen durch Michaela Zuber und Hartmuth Seidel anschloss. Und gar eine „Zeitreise“ trat an, wer der Einladung des „Haus Bieberstein, Lehnsherren und Vasallen“ folgte. „Wir stellen heute das Projekt ,Momentum Historica’ vor“, informierte Aimo Barthel. Bratenduft zog durch die Stadt. In diesem Jahr wurde der große Appetit der Forster nicht unterschätzt. „Schlangen“ bildeten sich am Stand der Bäckerei Merschank, weil köstlicher Backschinken und Quarkspitzen frisch vor Ort zubereitet wurden. Erst gegen 23 Uhr, nach dem Abbrennen des Jubiläumsfeuerwerks, leerten sich allmählich die Straßen.

Auf Menschen mit großen Lese- und Rechtsschreibschwächen und Kinderarmut machten Regina Dor und Marion Loch vom Grundbildungszentrum Spree-Neiße im Ladenlokal Berliner Straße 3 bis 5 aufmerksam. Die Ausstellung „Starke Familien – starke Kinder“ wird dort bis zum 13. Oktober gezeigt.